Denkschriften der kaiser Akademie der Wissenschaften Vol 40-1-0340-0356

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Ngày đăng: 04/11/2018, 17:02

yh ttp ://w ww bi od ive rsi tyl ibr ary or g/; ww w bio log iez en tr um at 340 GEOLO&ISCHE B E OB AC HTDN G £ N AUF DER IHSEL CHIOS VON He rita ge L ibr ar F It IE I) RI € H T E L L E R loa df rom Th eB iod ive rsi ty (t)K-it evw/co qeotoavicaeib afocox&e w* &ovtontoc%-U'Gh rm^ ei/ti/et' Ski/z^o Uii @&ftb.j ;O rig ina lD ow n VORGELEGT IN DER 8ITZUNG HER MATH KMATISOII-NATTJRWIKSI0NSO11A KTMCllEN CLA.SSB AM 18 DBOEMBEB 1873 mb ri dg e, MA ) Einleitung Literatur by the Ha rva rd Un ive rsi ty, Er ns tM ay rL ibr ary of the Mu se u m of Co mp ara tiv eZ oo log y( Ca Im Jalire 1874 wurde mir die Moglichkoit geboten, an cincr Reise theilzunehmcn, welche Herr Prof M Ncumayr zum Zweckc dcs Studiums der jungmiociincn, limnischen Ablageruugen dcs griccliischen Arcbipcls unternommen hattc Eine Reihe von Beobachtungen, welche ich bei dicscr Gelcgcnheit wahrend eincs kurzen Aufcnthaltcs auf der Insel Chios zu sammcln in der Lage war, bildct den Inhalt der folgcndcn Blatter Da grosserc Gcbictc der Insel, besondcrs dcs mittlcrcn und siidlichen Absclmittes viillig mibcriihrt blicbcn, und audi die iibrigen Materialicn nur auf einigen fiiichtigen Routen gewonnen warden, so diirfen diese Mitthcilungcn selbstverstiiiidlich nicht als etwas Abgeschlossenes bctrachtet und beurtheilt wcrden; sic sollcn nur mil einigen Thatsaclien bckannt machen, die spiitcren Forschern vicllcicht zur raschcrcn Oricntirung iiber einzelne Fragen dienen konnen Ebenso bcabsichtigt die bcigegcbcnc Kartcnskizzc nichts wcitcr, als die topographischen Beziehungen der im Folgenden darzustellendcn Details zu erlautern Als Grundlage dientc eine auf die Halite des Maassstabes reducirtc Pause der englischen Seckarte, der cinzige brauchbarc kartographische Entwurf fiber das zu besprcchende Gebiet, in welche einigc wenige, auf Position und Nomenclatur cinzcltier Ortschaftcn bcziiglichc Bcrichtigungcn cingefUhrt wurden Dig itis ed Die geologischc Literatur liber Chios beschrankt sich auf einigc durftigc Notizcn in Publicationcn iiber benaohbarte Gcbictc Hamilton und Strickland1 fasscn in einer ihrcr bekannten Studien, die uns die Kenntniss der geologischen Vcrhaltnissc Klcinasiens erschlossen haben, dasjenige, was ihncn liber die geologischc Constitution dcs Vorgcbirges von Karaburnu und der westlich vorliegendcn Insel Chios bckannt geworden ist, bci der Besprechung der cretacischcn Ablagerungcn in folgenden Siitzen zusammen (loc cit i W J Hamilton and H E Strickland, On the Geology of the Western Part of Aaia Minor Transact Q-eol Soc London 1841, Vol VI, p t—40 Oeologische Beobachtungen auf der Insel ChiOS 341 lD ow nlo ad fro m Th eB iod ive rsi ty He ri tag eL ibr ary htt p:/ /w ww bio div ers it ylib rar y org / ;w ww bi olo gie ze ntr um at p 12): „Thc island of Scio and the peninsula of Karabornou consist of compact grey limestones, which we refer to this (to the cretaceous) formation These nacked mountains present precisely the sam dull grey appearance, which forms so peculiar a feature in the scenery of Greece and Albania, where similar rocks prevail." Spratt,1 welcher die Untersuchungcn der genannten Forscher nach West fortsetzte und zuerst auf die ausgedchnte Verbreitung hinwics, welche die Ablagerungen vom Charakter der Tertiarbiklungen von Smyrna auf den kleinen Inseln und in der TJmrandung des gleichnamigen Golfes besitzen, gibt hiebei Nachricht von dem Auftrcten analoger Ablagerungen lacustrcn Ursprungs an der Ostkiiste von Chios: „The tertiary hills on the margin of the Scio channel, near the town of Tschesmeh and in the island of Scio opposite to it, seem also to be of freshwater origin, as they closelcy resemble those of the Gulf of Smyrna." Tschihatscheff hat die Insel nicht besucht und vervveist in seinem bekannten Werke (Asie mineurc, Geologic I, p 32 ff.) schon beziiglich der Umgebung von Smyrna auf die Darstellungen Strickland's Die jlingstcn Nachrichten endlich verdanken wir Raul in/ der nach Abschluss seiner Untersuchungcn iiber Greta wahrend der Riickreise zwei Tagc auf Chios zubrachte Sic bestchen aus einer Anzahl von Dctailbcobachtungcntiber die niichste Umgcbung des Hafcnortes und cinigen Angaben iiber die Kiistenrander und kleincren Inselgruppcn im Canal von Chios, sowcit er dieselben auf der Durchfahrt vom Sehiffe aus zu iiberblicken vermochte Durch die schroffen Bergformcn, welche das hohcre Kalkgcbirge im Norden der Insel kennzeichnen, wurde Raulin lebhaft an den physiognomischen Charakter der cretacischen Kalkterrains der Insel Creta crinncrt Mit diescn wenigen Notizen ist der Iuhalt der liber Chios vorliegenden geologischcn Literatur erschopft/' MA ); O rig i na TopograpMsches rat i ve Zo olo g y( Ca m bri dg e, Die Insel Chios licgt unter dem 38° n B und 26° o L (v Greenwich) nahe dem Festlande Kleinasiens, von der wcit nach West vorspringenden jonischen Halbinscl mit dem Cap Karaburnu durch cine im Durchschnitte nur 21/2gcogr.MeiIen breite Mecrcsstrassc getrennt Hire griisstc Langserstreckung zwischen C Anapomera und C Mastiko beiragt etvva 6% gcogr Meilen; ilire grosste Breite fallt in die Nordhall'te, die durch ive rsi ty, Er ns t Ma yr Lib rar yo f th eM us eu m of Co mp a T Spratt, Observations on the Geology of the Southern Part of the Gulf of Smyrna and the Promontory of Karabournou Quart Journ Gool Soe London 1845, Vol I, p 156—162 Kaulin V., Description physique de l'tle de Crete Partie geolog Bordeaux 1SC9 8° Viel umfangroicher wttrde sieh allordings cine solcho Literaturttbersicht gestalten, wonn wir audi auf alle jene Arbeiton Ki'u-.kHic.liI nehinen wollten, die nicht in director Beziehung zu den one vorliegenden Untersuchungcn stehen Unter den alten griechischen und den wenigen lateiuisclien Schriftstellern miissten wir hier in erster Reihe Strabo und Plinius nennen, denen wir eingehende Naehriclil.en iiber das alte Chios, seine Topographic, seine wesentlichsten Producte etc verdanken In hisiorisch-cthnographischer Beziehung von [nteressfi sind die aus dem L6 und 17 Jahrhunderte stammendeu Berichte von ltogcr Bodonham (1550), Rondolf (1087), Thevenot (1693) u A Von den Keisenden des 18 Jahrliundcrts habe ich vergleichen kiiunen: Tournefort, Relation d'une voyage du Levant 4° Paris 1717 Pocockc K., Doscr of the East and some other countries Pol London 1743 — 1745 (In deutscher Ausgabe 4" rd Un Edangen 1778.) Dig itis ed by t he Ha rva Chandler R., Travels in Greece 4° Oxford 1770 Choiscul-Gouffier M de, Voyage pittorcsquo de la Grece Paris 1782—1822 An diese schliessen sicli im Beginne des 19 Jahrhuuderts: Olivier G A., Voyage dans 1'empire Othoman, l'Egypte et la Perse Paris 1801 Murhard, GemSlde diss griechischen Archipclagus 1807 Tancoigne, Voyage a Smyrnc, dans l'Archipel et File dc Candie 1817 Ausserdcm nenne ich noch: Poppo: Beitriige zur Kunde der Insel Chios und ihrer Geschichte Frankfurt 1822 (Programm des Friodrichs-Gym- nasiums.) Prokesch v Osten, Denkwiirdigkoiton und Erinnenmgen aus dem Orient 8° Stuttgart 1830 Ross, Reisen auf don griechischen Inseln 1840 Eekenbrechcr G v., Die Insel Chios Berlin 1845 342 Friedrick Teller Dig itis ed by t he H arv ard Un ive rsi ty, Er ns tM ay rL ibr ary of the M us eu m of Co mp ara t ive Zo olo g y( Ca mb rid ge ,M A) ;O rig i na lD ow nlo ad fro m Th eB iod ive rsi ty He rita ge Lib rar y htt p:/ /w ww bio div ers ity lib ry or g/; ww w bio lo gie z en tr um at einen bis auf l3/4 Meilen verschmalertcn Isthmus mit der sich abermals verbreiternden Siklhalfte in Verbindung steht Der Flacheninhalt, ttbcr wclchen die verscliicdenstcn zwischen 12 und 24 QMeilen schwankenden Angabcn vorliegen, betragt zicmlich genau 18x/2 geogr DMeilen tjber die Reliefvcrhiiltnisse der Insel bositzen wir bis hcutc keine bcfriedigcndc kartographische Darstellung; audi die in grosserem Massstabe ausgcfiihrtc englische Scckarte cnthiilt nur cinige ftir die Ktisienaufnahme wichtigc orographischc Details Die hochsten Erhcbungcn liegen in dcm Kalkgebirge des Nordens der Insel, der Epanomeria der alten Geographcn, das durch seine tief einschneidenden, von steilcn Gchiingen begrenzten Thalfurchcn und die frei aufragenden Felsgipfel mit schroffwandigen Abstiirzcn und miiclitigcn Schuttvorlagen viclfach an alpine Landschaftsbilder crinnert Ahnlichcn Oharaktcr tragen die nach Slid auslaufenden llohenziige, vvelchc in mchrcren, nordsiidlicb streichenden Parallclkiiuunen durch die isthumsartig verengte Mittelrcgion der Insel hindurclisetzen Weitcr nach Slid, wo das Land wieder an Breite gewinnt, nirnrnt das Kalkgebirge rasch an llohe ab und verliiufl; in das flachwelligc, von rundknppig denudirtcn Bcrgrcihcn diirclizogene, karstiihnliche Terrain der siidwestlichcn Klistengcbiete An dieses vorvviegend aus Kalkcn aufgebaute, hiShere Oebirgsland schlicsscn sich im NW und SO Gebiete von ganz abweichendem physiognoniischen Charakter an: Tm NW., die gauze Wcsthalfte der Epanomeria einnehmend, ein ausgedchntcs Schiefer-Sandstein-Teri'ain, die Montes Amanei, mit ihren noch immer zu ansebnlichen Hohen ansteigenden nordliclicn Vorlagcn and dera sanftcrcn Hiigelland von Volisso an ihrer Siidabdachung; im SO., dem Vorgcbirge von Tscbesmeh gegeniiber, ein Saum von tertiiiren Stlsswasserablagerungen, die in einer Breite von durchschnittlich einer halben Mcilc und zu Hohen von GOO—700' ansteigend, die Kliste von C Helena bis zur Miinduug des Thales von Kalamoti bcgleiten Die Kiistcncntwicklung erscheint im Verhiiltnissc zu der reichgeglicdcrtcn jonischen Halbinscl zicmlich cinformig, doch lassen sich Uberall die Beziehungen erkennen, welche zwischen den iiusseren Umrissen der Kliste und ihrem geologischen Bau bestehen Im nordostlichen Abschnittc der Insel, wo massige, dickbankig geschichtete Kalke in's Meer hinausstrcichen, springt die Kliste in zahlreiclicn Felszacken vor, die auf der Karte als C Ora, C Patnpakas, C Vrulidia bczeichuet sind, und in ihrer Fortsetzung tauchen hiiufig noch schroffe Klippen aus dcm Mccre auf (Margarita, Strovilo, Stephano etc.) Sie umschliessen tief in's Land einschneidendc, geschlitzte und ftlr die klcincn Kiistenfahrzeuge wichtigc IJafen, wic jenc von Kardamylc und Kolokythia, an wclchen die bedeutendsten Stadte des alten Chios lagon Ahnliche Verhiiltnisse wiederliolen sich im Sliden, in dem spitzen C Mastiko mit der Inselklippc Venctiko, und langs des von hier nach NW verlaufenden Ktistensaumes, an welchem der Hafen von Phana und die kleinen Buchtcn ncirdlich von Mesta liegen, welche heute den bezeichnenden Namcn „Lithilirnena" flihren Dagegcn zcigt die aus leichtcr zerstorbaren Scdimcutcn aufgebaute Kiistc zwischen C Anapomera und der tlachen Rhcdc von Volisso einen zicmlich stetigen Verlauf, ist ganzlich hafenlos, und der einzige Vorsprung, das Zwillingscap von S Nikolo („Schwarzcs Vorgcbirge" der Alten) hat unter dem Einflusse der brandenden Wogen alle scliroffercn Formen eingcblisst Dieselhen sanften Contouren zcigt der stidlich von der Hafenstadt liegende Abschnitt des ostlichcn Klistenrandes, in welchem cine Schichtfolge wcichererGcsteinc, jiingtcrtiiire Slisswasserbildungen, mit dem Meore in BcrUhrung tritt Die Bai von Kalamoti und die Megalo-Bai bilden weite flachc Ausschnitte, und nur das C Helena, das an seiner Basis aus einigen Bankcn hiirterer Conglomerate und Molassen besteht, greift ctwas weiter in's Meer hinaus Jcnseits dessclben breitet sich eine fast im Niveau des Meeresspiegels liegende Strandebcne aus, die nach Nord in den scichtcn, nur durch klinstlichc Diimmc geschiitzten llafcnplatz der heutigen Metropolc von Chios verlauft Das iiltoro Gebirgsland der Insel Die Hafenstadt liegt in herrlichcr Gcbirgsumrahmung an der Ostklistc der Insel In cincm nach West tief einspringenden Winkcl, von cinformig grauen Kalkbergcn umrandet, welche nordvvestlich von der Stadt in nackten Felswanden zu Hohen von mehr als 2000' aufragen, breitet sich hier ein von zahlreiclicn Thai- 343 Qeologische Beobachtungen auf der Insel Chios Dig itis ed by the Ha rva rd Un ive rsi ty, Er ns tM ay rL ibr ary of the Mu se u m of C om pa tiv eZ oo log y( Ca mb rid ge , MA ); O rig ina lD ow nlo a df rom Th e Bio div ers ity He ri tag eL ibr a ry htt p:/ /w ww bi od iv ers ity lib rar y org /; w ww bi olo gie ze ntr um at linien durchfurchtes, griines Htigelland aus, das sich anfangs ganz allmalig aus der Kiistencbenc bcraushebt, dann aber in einzelne Hiigelrcihen sich gliedernd rascb gegen die umliegenden Berge anstcigt Eine niannigfaltige Reihe von Sohiefern and Sandsteinen sctzt dicsen am Fusse des Kalkgebirges zu Tage tretenden Ablagerungs-Complex zusanimen In der niiclistcn Umgcbung der Stadt sind dunkle, in's Griinliche und Blauliclie spielende, feinglimmcrigc Schiefer, vom Aussehen paliiozoiseber Thonscliiefer, das verbrcitetste Gestein Sie weohseln mit talkigen Schiefergesteinen und grtinliehcn Talkqiiarzilen In cinem Scitentlialc des stidlicb von Chios ausmiindcnden Flusslaufes, in welches der cine dcr bcidcn die Stadt mit Trinkwasser vcrsehenden Aquiiducte scblingenformig eingreift, finden sich in dicsen Schiefern wiederholte Einlagcrungen von serpentinisirten Gcstcinen und stark zersetzten grlinen Tuffen, die man als Diabastuffe ansprechen mocbte In die hoheren Nivcau's dieses Sohichtcomplexes schalten sich graue und braunliche, quarzreiche, grauwackenartige Sandsteine und Breccien ein, und in scharf hervortretenden Biinken hcllgraue und gelbliche, deutlich kornige Quarzitc Die genannte Schicbtrcihe licgt zvveifellos an der Basis der Kalke, was schon aus dem Umstandc hervorgeht, dass sie allcntlialben den grosseren Tbaleinschnitten cntlang ticf in's Kalkgebirge cingreii't Die Schiefer sind in dicsen Thalengcn stcil aufgcstaut, so dass sie von den weniger stark geneigten Kalken discordant iiberlagert zu sein scheinen Auf dem Wcge nacli Skariaes sicht man sie dagegen wahrend der zweitcn Hiilfic des Anstieges constant nut flachem Ncigungswinkcl (von 15—20°) unter die Kalke einfallen An dcr KalkSchicfergrcnze, wclehe bier und langs des ganzen nacli NO fortlaufendea Steilabsturzcs der Kalke von machtigen zu barton Breccien verkittcteu Masscn von Gebiingschutt maskirt wird, bricht unfern Skariaes eine wasserrciche Quelle hcrvor, die in einem Aquaduct zur Hafenstadt gclcitet wird Nahe der Kiistc, 1/i Stunde nordlich von der Stadt, ragt am Rande des eben besprochenen SchicferIcrrains ganz isolirt eine scbroffc Kalkklippc auf, die auf der Westseite noch von Scbiefcrgesteinen undagert wird Es sind dunkle, ieinsaiidig-glimmerige Thonscliiefer, welche landeinwarts fallend, scharf von den Kalken abstosscn An dcr cnlgcgcngcsetzten Seite begleitcn jiingereAblagcrungen, Conglomerate, Mergel und Sande, den Fuss des Kalkrifrs, so dass man, nach den Lagerungsverhaltnissen wenigstens, nicht entscbeiden kami, ob man es mit einer von der obcren Kalkdecke abgesnnkencn Schollc oder mit einem Denudationsrelict eines den Sohiefern eingelagcrten Kalkcomplexcs zu thun babe Die Kalke selbst sind von denen des westlichen Gebirgsrandes allcrdings verscbieden Ncben cigentblimlicben, buntilcckigcn, der Hauptmassc nach riitblichbraun geiarbtcn, diclitcn Kalken, linden sich (lunkelblaulicbgraue, krystallinische Varietiiten, welche den Berichten der Archiiologen zufolgc im Altcrthume als Wcrkstcine in hobem Anschen standen.1 Die schroffen Zackcn, mit denen dicse Felspartie nach oben abscbliesst, sind denn audi in Wirklichkeit zum grossten Theilo auf ktinstliche Aufsclillisse zuriickzufiihren, und es unterlicgt keinem Zweifel, dass bier ausgedchntcre Steinbrucharbciten, die vielleicht bis in die Bliitbczeit des alten Chios zurlickrcichen, im Gange waren Eine balbe Stunde nordlich von dem genamiten Punkte fiihrt an dcr von alien Beisenden besuchtcn „Homersschule" vorbei ein schmaler Saumpfad an dem Steilgchange des Kalkgebirges empor Man gelangt hier bald auf cine ode, von allcr Vegetation entblosste Hochfliichc, die mit einformigem Plateau-Charakter, nur von einzclnen hoheren Kuppcn tiberragt, nach NW bis an den Thaleinscbnitt von Pitios fortsetzt; nach Nord senkt sie sich ziendich rasch gegen den Tbaleinschnitt von Bangadi und den Hafcn von Kolokythia Hire grossten Erhebungen licgcn an dem Rande der friihci- erwiibnten FelsabstUrzc im NW dcr Hafenstadt Die Kalke des Plateau's sind grau, dicht, mit sparlicben spatliigcn Fossilauswittcrungen, die man hie und da als Budistenreste zu dcutcn versuclit sein mocbtc Sic sind rcgebnassig dickbankig abgesondert; die Bftnke streicben bei flacker Lagerung im NNO Bein nordsiidliches Strcichcn bcobachtct man in dem obercn Absclmitte des Tlialcs von Pitios Den dunklen Marmor von Chios erwShnen schon Strabo (14, 045) und Plinius (V, 31,38) Plinius spricht iibri- gou« noch von andcrcn edlon Stoiuen (lapicidinao Chiuo, XXXVII, 7, 25), die auf dieser lnsel gci'uudcn vvcrden 344 Friedrich Teller of Co mp ara tiv eZ oo log y( Ca mb rid ge ,M A) ;O rig ina lD ow nlo ad fro m Th e Bio div ers ity He ri tag eL ibr a ry h tt p:/ /w ww bio div ers ity lib rar y.o rg/ ;w ww bi olo gie ze n tru m at In dem Tlialcinsehnittc von Langadi nnd in dcrn Thftlehen, das in die NW.-Ecke der Bucbt von Kolokytbia einmiindct, treten an der Basis der Kalkc Sandstcine nnd bliittrigc, sandig-glimmci'igc Scbiefcr hcrvor, an der letzten Localitiit in Vcrbindung mit intensiv scbwarzcn, abfarbenden Mergclsebicfern, welcbc nahe der Kiistc bei der Anlage ciner Cisterne aufgescblossen wurden Dor ganzc Scbkhtcomplex ist steil aufgcricbtct, die bituminoscn Scbicfergcsteinc sind liiiufig von spiegelnden Kutscbtliicbeii durchsetzt Dureb jiingere Scbuttbrcccien, die beiderseits die Geliiingc flankircn, gelangt man, dureb dieses Tlial aufwiirts, scbon unterbalb derWasscrscbcide wieder in Kalk, untcr welcliem an der entgegengcsetzten Abdaclumg die Schiefer undSandsteine in grosscrer Miicbtigkcit zum Vorscbein kommen Hie bilden die ausgedelnitc nacb Nord sicb bffnende Thalwcitung von Kardamyle, die mit ibrer iippigen Gartencultur hart amFusse des wilden, sterilenKalkgcbirges landscliaftlieb cines der interessantesten Bildcr der Insel darstellt Mcbr dureb diescn Eindruek als dureb arcbaologischc Fundc geleitet, verlcgt Pococke das alte Phana mit dem Apollotempel und dem mythischen Palmenbain, den wir aus Strabo's Scbildcrungen kennen, hieher Als ein Denkmal aus jiingercr Zeit ragt, ein steiles Kalkriff kronend, am Siidrandc der Scbicferbuclit ein genuesiscber Warttburm auf; im Westen lauft die Kalkscbiefergrenzc oberbalb Kardamyle und der ncuen Niedcrlassung am Hafen dureb, dessen Westrand noeb dem Schiefcrterrain zufallt; im Osten liegt sie am Fusse jencr Kalkkettc, wclcbe nacb Nord in die zackige, klippcnreicbe Kiistc zwischen Port Marmora, und C Vrulidia ausliiuft Der niedrige, mitWindmtiblen besetzte Hobenrticken, welcbcr die Einsenkung von Kardamyle in zwei klciuc Alluvialgcbicte sclieidetj bcstcbt aus denselben Sandsteinen mit scbieferigen Zwiscbenlagcn, die in der Bucfat von Kolokytbia entwickelt sind Auch bituminosc, bliittrige Scbiei'creinlagerungcn wicderbolcn sicb bier Die Scbichtreibe fallt bier nacb OSO ein Dieselbe Fallricbtung behorrscbt die rotben, tbonigen, glimmcrrcicbcn Sandsteine, welcbc an dem Ostrande dieses Schieferterrains, an der Basis der Kalkc des Vorgcbirgcs von Karninaki liegen An den westlicben GcbJingen, bei Kardamyle, bcobaclitet man dagegen in dcmselben Gestcinsborizont westliclics Verflacbcn, und es untcrliegt also keincm Zweifel, dass die Bucbt von Kardamyle als sattelformigcr Aufbrucb cines an der Basis der Kalke liegenden Sebiefersandsteingewolbes aufzufassen sei Die den bciden Antiklinal-FHigeln auf lastenden Kalkmasscn cntsprccben sicb jedocb nicbt vollstiindig genau, da der Ostrand der Bucbt offenbar mit einer Storungslinie zusainmcnfallt, an der die Kalkschollc, wolcbe die nordostlicbe Ktistcnregion bildet, sammt ibrer Scbieferbasis um ein Betracbtliclies cingesunken scin muss Vielleicbt repriisentirt der Kteilabsturz, der zwischen P Kolokytbia und C Karninaki binliiuft, einc zweitc der vorbergebeuden parallele Dislocation ed by the Ha rv ard Un iv ers i ty, Er ns t Ma yr Lib rar yo f th eM us eu m liei der Begchung der westlicben Scbiefcrgrcnzc ergab sicb ein fur die Horizontirung der in Rede stelienden Sehichtcomplexe liocbst wichtiger Befund In den Scliuttbaldcn, welcbc das Thalgcbange westlicli von den hart am Hafen liegenden lllitten von Kardamyle bedecken, linden sicb Biockc eincs dunkelgrauen bis schwarzen Kalksteines, der auf gunstigen Vorwittcrungsfliichcn BruclistUckc von Crinoidenstielen nnd langgestrcckte Fusulincn-Durcbscbnitte erkenncn liess Da sicb dicse fossilfiihrenden Gesteine, als cckige Felstriimmer von oft mebrcren Cubikmetern Miicbtigkcit, an dem Gebiinge immcr dassclbe Niveau einhaltend von dem Hafen bis nahe an das alte Kardamyle vcrfolgen lassen, so schcint die Moglichkcit cines Transportes aus grosscrer Entfernung wobl vollkommcn ausgeschlossen und wir mtlssen annebmen, dass sie einer Kalkzone angeborcn, die dem Sebiefer von Kardamyle entwedcr unmittelbar aufgelagert oder in dessen oberste Horizonte eingescbaltet ist Die verticale Miicbtigkcit dieser Zone kann kaum bedeutend scin, da 60' iiber der Tbalsohle schon die dickbankigen, grauen Kalkc der umliegcnden llbbcn anstcben Dig i tis Hcrrn Oberbergrath G Rtacbc, welcbcr die Giite batte, die bier gesammeltcn Materialion mit den von ibm zuerst in grosscrer Verbrcitung nachgewicscncn alpinen Vorkomnmisscn von Fusulinenkalken zu vergleichen, vcrdanken wir bieriibcr folgcndc Mittbeilung (Verb d k k gcol Kcicbsanstalt, 187C), i» .'571): „Die Sttickc rcpriisentircn im Wcscntlicbcn einen grauen, an Crinoidenstielresten scbr rcicben Kalkstcin, in welcbcm grosse langgestrcckte Formcn von Fusulinen ziomlicli liiiufig sind Dicsclben schlicssen sicb zuniiebst an die kiirntnerisebe Fusulina Suessi St und mit dieser der amerikaniscben Fus elongata Sebum, an Qeologische Beobachtungen auf der Insel Chios 34 i oo log y( Ca m bri dg e, M A) ;O rig i na lD ow nlo ad f rom Th eB iod ive rsi ty He rita ge Lib r ary htt p:/ /w ww bi od iv ers i tyl ibr a ry org /; ww w bio log iez en t ru m at Gewisse rbthliche und gelbliche, mehr thonig-sandige Parti en dieser G-esteine cnthaltcn, in Auswitterungen auf der Oberflaclie sichtbar, vcrsehiedene andere kleincre Foraminiferenformen." Der nordwcstlieh von Kardamyle ausmttndende Tlialzug und die reehtsseitigen Geliiinge der Thallinie von Amatlics geben im grossen Ganzen dasselbe geologische Bild, wie die Buclit von Kardamyle Auch hier treten den Union ticferer Erosion folgond, an der Basis der Kalke Schiefer und Sandsteine mit demselben petrographischen Charakter wie an den fniheren Local itilten zu Tagc In dem iiber diese Schiefer ilbergreifenden Kalkkaunn, der das im Mte Elias (Hagios Ilias) gipfelnde llaupterhebungsgebiet der Insel als ein m&chtiger Gebirgswall timgttrtet, inn nordwiirts in das felsige Cap Ora auszulaufcn, nnden sieli wold den Scbiefern zuniichst Kalke nut detn Habitus der Fusulinenkalke von Kardamyle, abor sichercs, paliiontologiscbcs Beweismaterial fur die Vcrtretung dieses Horizontes fehlt Iner wie in dem nach West folgcnden Gebietc ganzlicli Das kleinc Bergdorf Viki, Stunde nordwestlieh von Amathes, liegt in den boberen grauen Kalken, welehe von bier, obnc Unterbrcchung durcli irgend wclcbe scbon ausserlich vcrsehiedene Ablagerungen, in deutlich geschichtcten Biinken bis auf don abgeflachten Gipfcl der Felspyramide des Mte.Elias (Pelinaeus der Alton, 4157' nacb Copeland's Messung) hinaufreichen In den boidon parallelen Thaleinsehnitten nordlicb von Viki kommt die Schicferbasis des Mte Elias wieder zumVorscliein Eine zweite ausgedebntere Schiefercntblbssung liegt an den IMW.-Cehiingen dieses Gebirgsstockes; an der nbrdlichen, gcgen C Anapomera abdachenden Bbschung sctzen die Kalke bis an die Kiiste fort Machtigo Anhaufungon von Kalkscbutt, zumTheil zu festen Breceien verkittet, bedecken hier die Geliiinge In dem Kiistcnvorsprunge westlicb von C Anapomera, der auf seinem steil abfallenden Riicken eine Heine Kapelle triigt, strciebt der letete Ausliiufer der Kalke des Mte Elias in's Meer hinaus Das nach West sich anschliessende, dutch flacheres Relief ausgezeichnete Terrain bestebt fast aussehlicsslich aus schicfrig-sandigen Ablagerungen, die sich nach West bis an das Cap S Nikolo, nach Slid bis an den Hafcn von Volisso verfolgen lasscn, also die ganze Westhalftc der Epanomcria einnebnien Hire Ostgrenze folgt genau dem Verlaufc der Kamnilinie des hobcren Kalkgebirges, biegt mit diesem in cinom llachen Bogen nacb Ost aus, und crreicbt erst sitdlich von Volisso die Wcstkiistc Von der Hauptmasse des ostlichen Kalkgebirges abgetrcnnt, sitzt bier noch eine flache Kalkkuppe mit der Ortschaft Siderunta auf den Scbiefern auf itis ed by the Ha rv ard Un ive rsi ty, Er ns tM ay rL ibr a ry of the Mu s eu m of C om pa tiv eZ An dicser sclion orographiseh scharf markirton Grenzlinie fallt dor ganze Complex von Scbiefern und Sandsteincn nach Ost unter die Kalke ein, am deutlicbsten im Gebiete der Gipfelgruppe des Mte Elias, dessen Kalke man von Slid aus, auf grosse Entfernnng bin, in gut geschichtetcn Biinken mit 25°—;)0° Neigung von dem Sobieferterrain nacb ONO abfallen sicht Am sehbnsten prasentirt sich der abgebrochene Scbicbtkopf der Kalke des Elias und seines stidlichen Vorgipfels von der Kalk-Schiefergrenze fen Osten von Volisso Langs der Wcstkiistc in dem Gebietc zwisohen Paparia, Volisso und Siderunta berrscbt dagegen durchaus westliches Verllaehen In der dazwischenliegenden Region, in den nach Nord ausmtindenden parallelen Thaleinsehnitten, in welchcn von Ost nach West die Ortschaften Lephtopoda, Kcramo, Kurunia, Nenita und Panagia liegen, begegnet man einem wicderholten Wecbscl von Siittcln und Midden, dercn Axon in N und NNW streicben Die letzte der Antiklinalaufwolbungen setzt durcli die nordwestlichen Vorhbhen der Amaneischen Berge hindurch, die hier fast bis auf die Gipfel hinauf mil iiden, vegetationslosen Sclnitthalden bedeckt sind Der faltenformige Aufbau des westlichen boberen Gebirgslafldes, dor durcli die Auflngerung einer jiingeren, derselben tektonischen Anordnung folgcnden Kalkdecke schon in der kartographisclien Darstellung klar zuni Ausdrucko kommt, setzt also auch durcli die dem untcren Sebicfer-Sandsteinhorizont zufallende Westhalftc der Epanomcria fort Dig Feinkbrnige glimmcrreiche Sandsteine von dunkler Farbung, wie sic in den Thiilern von Lephtopoda und Kcramo anstcben, bilden den verbrcitetstcn Oestoinstypus in diesem Gebiete Sic wechscln mit diinn geschichtetcn weichen, homogenen Thonschiefern, in ihrem itussercn Habitus palaozoischen Sehiefergesteinen ahnlich, mit zoopbycusartigen Wtilsten auf den Scbicbtflftchen, und anderen zufalligen Bildungcn, die auf einen langsamen, nngestOrtien Sedimentabsatz an einer Baoben, allmalig verlandenden Ktiste schliessen lassen Zu den bezeichnendsten Vorkominnissen dicser Art gelibren ei^cnlhiinilicli spiral eingerollte Wirtcl von der Gestalt l>ggchangcn abgcschwenunt und in den Tbaleinsobnitten oder in nmldcnformigen Tcrrainciiisenkuugv.u deponirt werden Erwagt man, dass die Kalkberge, wclcbc das Tcrtiarbecken umrandoten, langc vov der nencrlichcn Sedimentbildung trockengclcgt wurden und den atmosphii.rischen Einfliissen ausgesctzt waren, so erschcint cs ganz ungezwungcn zur Erkliirung des Ursprungcs der in Kcde stchenden Ablagerung cine miociinc Terra rossa-Bildung zu supponiren Bei Thymiana schncidet der flach nach WSW einfallcndc Sohichteomplex vom Cap Helena an eincr qucrcn Verwerfung ab, und tritt aucb in dem nacli W und S folgcndcn Tcrtiardistrict nirgends mclir zu Tag® Die ansebcinend nur geringe Nivcauverschiebung an dieser Vcrwerfungslinic und das landcinwiirts gerichtetc Vcrfiachen der Schicbtcn von Thymiana maclicn es wahrsclieinlicli, dass sioh die im Westen folgende Schichtreihe der lliigelkctte von St Minas-Tholon eng an das vorcrwahntc Profit anschliesst und dasselbe nach oben fortfiihri Steigt man aus der Ebcnc von Vavilas, ctwa auf halbetn Wege zwischen Neochori und Tliolon, den Iliigelzug hinan, so passirt man folgende Schichtrcihe: Dig itis ed by t he H arv ard Un ive rsi ty, Er ns tM ay rL ibr ary of the Mu se um of Co mp ara t ive Zo olo gy (C a mb rid a) Zu unterst liegcn lose Sande von grlinlichgrauer Farbe vom Ausschcn fluviatiler Bildungcn, feinkornig, mit einzclncn grobcrcn Gerollschmitzen b) Darliber folgen fcingcschlcmmtc, zcrreiblichc Mergel mit hiirtcrcn stcinigen Concrctioncn Sic zeigeu grelle, rothe und griine Farbentone Nach oben wechscln sic mit feinsandigen Lagen von grlinlichgrauer Farbe c) Mit dem zweiten Drittel der Hohe beginnen die reineren kalkigen Sedimentc, und zwar zuniichst gelblichweisse, mergeligc Stisswasserkalkc, dickbankig geschichtet und crflillt mit rostgclbcn Hobldrlicken und Steinkernen vcrscliiedener Siissvvasscrconcbylien Schalenexemplarc sind scltcn, so dass cine sichere Bestimmung einzclncr Arten nicht moglich war Die haufigsten Vorkommnisse sind Planorbcn aus der Gruppe des VI comu Brong Neben diesen erschcint ziemlich hautig cine klcinc Form mit abgefiachter Basis vom Typus des Planorbis Lartetii Noul Unter den Lymnaccn konnen zwei weit differirendc Arten unterscbicden werden, von denen die eine mitL pachygaster Thorn, iibcrcinstimmt, die andere den schr vcrbrcitctenTypus des L longiscatus repriisentirt Nebcn diesen fand sich noch eine kleinere schlanko Form, wclchc mit dem von Neumayr aus den slavonischen Paludinenschichten bescliricbcnen L acuarius einige Verwandtscbaft besitzt Die auf Valvata und Bithynia bezfiglichcn Stcinkerne konntcn selbstvcrstaudlich nicht bestimmt werden Schr haufig findcn sich endlicb kleine Pwpa-Arteri, wie sie hcutc in recentcn Flussalluvien vorkomrncn, und Bruchstiickc von Fischzahnen In die obcrcn Niveau's dieser Mergelkalkc scbaltcn sich graue, (lurch Diesc Gesteino flnden nicht nur auf Chios selbst vielfach Verwendung, vomehmllch zur Einkleidung von Thttren und Fenstern in den fast durohwegs aus Stein aufgeflihrten Bauten, sondern werden audi nach Sfytilene und Smyrna, haupts&ahlicli als Gegenfracht flir die von dort emgeftthrten rotlion Trachyte (Liparite), versondet In den meisten dor Einganga oitirten Reisewerken gesoluelit dieses Materials Krwiilmimg Viele der hcute in der Hafenstadt verwendeten Bausteine stammen librigens aus den Ruinen der wShrend des chiotischen A.ufstandes im Jahre t822 von den Tttrkeri zerstOrten Villegiaturen, von denen cin grosser Tbeil als trauriges A.ndenken an jene blutigen Ereignisso heute noch in Trlimmern liegt Qeologische Bcohachtungen auf der Insel Ch 10s 353 ers ity lib ry o rg/ ; ww w bi ol og iez en tru m at bituininose Beimengungen haufig dunkelgefiirbtc Mergcl ein, welclie nahezu dieselben Fossilreste, hauptsachlich aber grosso, verdrtickte Planorben fiilivcn d) Don Absohluss bildet eiu Complex von weissen tulTigen Kalkmergeln und barton kioseligen Stisswasserkalken, die zusammen mindestens oin Drittel dor Miiohtigkcit dor ganzen Schiohtreihe reprasentiren Die durch ihre blendend weisse Farbung auffallenden, lockeren kreidigen Ablagerungen breiten sioh naob Stid liber oin gr-osses Areale aus und besitzen, wie die Entbldssungen an don Gehiingen des HOhenzuges von Mermingy erkenncn lassen, einc ansehnliche yerticale Machiigkeit .Sic sind bier fast veivstoinerungsloer Die vorerwiibnten IVIastixplantagen licgon vorwiegend in dem Verbreitungsgebietc dieser Schichten.l mp ara tiv eZ oo log y( Ca mb rid ge ,M A) ;O rig ina lD ow nlo ad f rom Th eB iod ive rsi ty He rita ge Lib r ary htt p:/ /w ww bi od iv Einen zweitcn Durchschnitt mit oiner im grossen Ganzen sebr ahnlichen Schichtfolge crgaben die Gchiinge, mit welclien die Tertiarhtigel im Oston von Nenita in's Meer abiallen Die auf der englischcn Kcekarte zwischen Nenita und Vti.no mit 689 Fuss angegebene Terrainerhebung cxistirt in dieser Position nicht, und die hieranf bcziigiiche Messung gait offenbar fur eine Anhohe im kS0 von Nenita, auf deren abgeflachtem Gipfel ein griechisohes Kloster liegt Ein massig geneigterAbhang I'iibrt von bier zu dein auf derKarte als „ Tower" bezcichncten, verfallenen Warttlmrm liinab, von wo das Terrain in sehroffen Wanden in's Moor abstiirzt Eine kurze Strecke sudlich von diesem Thurm fand sicb hart an der Ktiste, an den steilen Wanden gut aufgeschlossen, ein Scnwaches LignitflOtz, das die Aufmerksamkeit der Anwohner orregte und, da es an sich nicht abbauwlirdig schicn, einc Untcrnelnnung zur Erbobrung eincs tieferen koblenfUhrcnden Niveau's in's Lcben riof Zur Zeit meiner Ariwcscnhcit, wo ein Bsterreichischer Bergingenieur, HerrAl Gobanz, die Arboiten leitete, hatte man einen Motor tiefen Schach't niedergestossen, dor sich noch immer in den amFussc dos steilwandigen Ktistenabsturzes entblosstcn, glimnierroichcn, sandigen Schichten bewegtc* Mit dem funl'tcn Motor crreicbte man cinigc doutlich bankfonnig abgesonderte, mlirbe, griinlichgrauc Handstcinlagen, die sich durch einen grossen Reichthiim dicotylcdoncr Pflanzenreste auszeichnetcn Die im Laufe dor Abtoufungsarltoiten horausgeforderten Sandsteinplatten ergaben einc kleine Suite von Blattabdrttcken, welche Ilerr Oborbergrath D Stur, der griindliche Kenner unscror einheimisclicn Florengebietc, iiber mein Ansuchen zu bestimmon die Giite hatte Ich verdanke ihm hierUber die folgenden Mittheilungcn: „Das Matcrialo, bostchend in 14 Handstiickcn, enthalt Pflanzenreste in ziemlich guter Erhaltung, und nicht sclten Die Untersuchung desselben erlaubt folgcnde Arten 1'estzustellen: Salix varians Goepp (nicht ganz sicher) I'arrotiapristina Ett sp Acer sp (Fruoht-BruchstUck) J'odofjoidum Lyellianum 11 cor of the Mu s eu m of Co Fagus sp Carjrinus cf grandis U (unsicherc Bruchstucke), Carpinus pyrdmi'dah's Goo p p I'opulus n sp (eine Balsanipappel) Dig itis ed by the Ha rva rd U niv ers ity ,E rns tM ay rL ibr ary hidem ich die weiteren AusfUhrungen, welche Ilerr Oborbergrath Stur an dicsc Pflanzenreste kniipftc, einem spftteren Absehnitte vorbehalte, i'alirc ich bier in dor Beschreibung dcs Profils von Nenita fort Die steilen Wande oberhalb dcs pflanzenftihrenden Sehichtoomplexes bestehon aus massigen feinsandigen Mergcln, welche nahe ihrer untcron Grenze das vorcrwahnto zu Tage ausstreichende Lignitfliitz umschlicssen Sie fallen Ton dor Kiisto ab und sind langs dos nach Slid fortlaufenden Steilrandes von mchreren quer auf die Htroichungsrichtung stohenden Vorwcrl'ungcn durchselzt, deren einc audi das Lignittlotz bctrifft Die Lignite sowolil als die sie beglcitcnden, grauon, bituminoscn, ausserordentlich zillion Mcrgellagen sind reich anVersteinerungcn, vorwiegend anPlanorben und Lymnacon Unter den letztercn fallt neben einer bauchigen, weitmtindigen, dem lebenden L palustris verwandten Art, noch cine spitze, schlanke, durch regelmassige Nach Plinlus (XXXV, 16, 56) waren dlese weissen, kreidigen Kalkmergei sohon den A.lten wohlbekannt, und standen offenbar als Kosmotikon in Verwendung: „Est in medicamentis 6 Friedrich Taller Qeologitsche Beobachtung&n auf der Insel Chios olo gy ( Ca mb rid ge , MA ); O rig ina lD ow nlo a df rom Th eB iod ive rsi ty He rita g eL ibr ary htt p:/ /w ww bio d ive rsi tyl ibr a ry org /; w ww bi olo gie ze ntr um at Wonn wir uns die von demsclben Forsclier hervorgehobenen, nalien, vcrwandtschaftlichcn Beziehungcn, welche zwischen der Florenentwicklung der sarmatischen und Congericnstufc und der recenten Flora Kleinasiens, Persians, Kaukasiens etc bestehen, ' gegenwiirtig halten, so scbeint allerdings die Miiglichkcit nicht ausgeschlossen, dass in dem beregten Gebiete den beiden genannten Miocanhorizonten einc grossere Anzabl von Pflanzentypen gemcinsam sein konnte, als in den westlicheren Vcrbrcitungsgebieten der correspondirenden Ablageruiigen So lange man jedocli flir solchc, wenn audi nahe liegende Vermutliungen keine thatsiichlichen Beweisgriinde beibringen kann, wird man densclben kaum ein grosseres Gewicht zuerkennen vvollen Inwieweit nun die hoheren Abthcilungen der in Rede stehenden Siisswasserschichten einc Vertretung der Congerien- und Paludinenschichtcn reprasentircn, ist aus den im Vorhergehcndeii mitgetheilten Beobaclitungcn allein mit Sicherhcit nicht festzustellen Uoeh ergeben sich auch dafiir einige Anhaltspunkte, wenn wir die vorstehenden Profile mit jener Schichtfolgc vergleichen, welche Prof Ncumayr aus dem bstliohen Verbreitungsgebiete der Tertiarbilduugen von Kos mitgctlieilt hat 'l Das tiefsto Glied bildet dort ein machtiger Complex von verstcinerungslceren, weissen Mergcin, welche, uumittelbar iiber die altcren Gcsteine libergrcifend, hoch an den Berggehangen hinaufrcichen Am Cap Phuka liegt dariiber ein kieseliger Siisswasserkalk, der oft in reinen Stisswasserquarz iibergeht und viele, abcr undeutliclie Vcrstcinerungen cnthiilt IJber diescm folgen erst Ablagerungen mit Paludincn und Melanopsiden, die schon nach der ersten Durchsiclit des paliiontologischen Materiales mit den slavonischcn Paludiiienschicliten parallclisirt wcrden konntcn.:| Die Ubercinstimmung der an der Basis der Paludinenschichtcn von Kos licgenden Schichtrcihe mit der oberen und mittleren Abthcilung der Schichtfolgc von Nenita ttnd Tholon ist unverkennbar mid wold auffallcnd genug, um flir so nahe liegende Ablagerungsraume einen Schluss aus analoger Faciesentwicklung auf anologc Schiohtcomplexc zu reehtfertigen Die Eiclitigkeit dieser Folgcrung vorausgesctzt, wttrden wir in den Tertiarbilduugen von Chios cine Vertretung der Paludinenschichtcn nicht mehr zu erwarten haben, da die Ablageruiigen hi or in alien ungesttfrten Profllen mit der oberen niilchtigen Decke von Siisswasserkalk abgeschlossen erscheinen Die Tertiarbildungen von Chios beginnen also mit limnisoben Aquivalenten der sarmatischen Slnl'e und schliessen vor Ablagcrung der Paludinenschichtcn Zo Dig itis ed by the Ha rva rd Un ive rsi ty, Er ns tM ay rL ibr ary of the Mu s eu m of Co mp ara t ive Slur 1)., Flora der Congerien imd Ceritbienschichten Jahrb d geol Reichsanst 1867, I Keft Verhaadlungen del' k k geol Reiehsanstalt, 1876, p 170 :i Neumayr und Paul, Die Congerien- und Paludinenschichten Slavoniens und deren Paunen Abhandl d k Reichsanst VII Bd 1875 OOg&Oo- reol itis ed Dig by the rva Ha rd ary ibr rL ay tM rns ,E ity Un ive rs of the Mu um se na l rig i ;O A) dg e, M bri Ca m log y( oo eZ ara tiv om p of C rom wn loa df Do rsi t ive iod eB Th eri tag e yH ttp yh Lib rar y.o ibr ar ity l ers ://w ww bi od iv rg/ ; olo gie z ww w bi en tr u m at F.Teller, Geologische BeobacMungen auf der Insel Chios K i: Hof u ;:;.i itsSrudkBi ei r)rii]i.sdir.fl('M(l.li.Ak;Hl.(l.VV'.i)i.il!i.nahir\v.('lassoXL.I',(l.ll \l)!li.l88() ... sich der abgebrochene Scbicbtkopf der Kalke des Elias und seines stidlichen Vorgipfels von der Kalk-Schiefergrenze fen Osten von Volisso Langs der Wcstkiistc in dem Gebietc zwisohen Paparia, Volisso... Norden der Insel kennzeichnen, wurde Raulin lebhaft an den physiognomischen Charakter der cretacischen Kalkterrains der Insel Creta crinncrt Mit diescn wenigen Notizen ist der Iuhalt der liber... Dopjiclgipfel der zwei Brtider" bilden Auf der Spratt'schen Kartenskizze, welclie der oben citirten Arbeit beilicgt, crsclicincn sie als eine schmale in NNO (lurch das Verbrcitungsgcbict der Schicfer
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Xem thêm: Denkschriften der kaiser Akademie der Wissenschaften Vol 40-1-0340-0356, Denkschriften der kaiser Akademie der Wissenschaften Vol 40-1-0340-0356

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