Denkschriften der kaiser Akademie der Wissenschaften Vol 62-0137-0368

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Ngày đăng: 04/11/2018, 16:52

Digitised by the Harvard University, Download from The BHL http://www.biodiversitylibrary.org/; www.biologiezentrum.at 137 DIP": VERTHEILUNG DER ERDMAGNETISCHEN KRAFT IN OSTERREICH-UNGARN ZUR EPOCHE MO NACH DEN IN DEN JAHREN 1889 BIS 1894 AUSGEFilHRTEN MESSUNGEN VON J LIZNAR, ADJUNCT DER K K CENTRALANSTALT FUR METEOROLOGIE UND ERDMAGNETISMUS, PRIVATPOCENT AN DER K, K TECHNISCHEN HOCHSCHULE IN WIEN I THEIL ERDMAGNETISCHE MESSUNGEN IN OSTERREICH, AUSGEFttHRT AUF k'OSTKN DER KAfS AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN IN DEN JAHREN 1889-ISO:? VON J LIZNAR (VORGELEGT IN DER SITZUNG VOM 11 OCTOBER 1894.) I Einleitung Die erste magnetischc Aufnahme in Osterrcich-Ungarn hat bckanntlich Karl Kreil in den Jahrcn 1843—1858 ausgefiihrt Die Resultate dicscr Messungen sind theils in den Abhandlungen der kon b5hm Gesellschaft der Wissenschaften,' theils abcr als selbstandige Publication2 vcroffentlicht worden Eine Erganzung bilden die im siidostlichen Europa und an einigen Kilstenpunkten Asiens ausgefiihrten Messungen, welche nebst Controls-Messungen an einigen Punkten der Monarchic in den Dcnkschriften der kaisei'lichcn Akadcmie der Wissenschaften cnthaltcn sind :! In dieser Publication flndet man auch cine eingehende Bearbeitung der an 241 Stationen gewonnencn Resultate und die darnach gczeicheten magnetischen Karten, welche die Vcrtheilung der crdmagnctischen Kraft in Osterrcich-Ungarn und dem angrenzenden siidostlichen Theile Europas fur die Epoche 1850-0 zur Darstellung bringen Wcnige Jahre nach Vollendung dieser Aufnahme hat der damaligc Director der kon Centralanstalt fur Meteorologie und Erdmagnetismus in Budapest Dr Guido Schcnzl die Messungen in den Landern der ungarischen Krone wiedcrholt, und die Rcsultate seiner vieljahrigen Arbeit in dem Wcrke: Beitriigc zur Kenntniss der crdmagnctischen Vcrhaltnisse in den Landern der ungarischen Krone nicdergclcgt Ferner wurden in den Jahren 1867—1870 vom damaligen Schiffslieutenant Schel lander Messungen an den Kiisten der Adria ausgefiihrt.* Herr Oberstlieutenant H Hartl hat im Jahre 1871 an einigen Magnetischc und gcographischc Ortsbestimmungen in Bohmen Ausgefiihrt 1843 — 1845 V Folgc, Bd IV, Magnetischc und geographische Ortsbestimmungen im osterreichischen Kaiserstaatc Prag 1848—1852 Magnetischc und geographische Ortsbestimmungen im siidostlichen Europa und einigen Kustcnpunkten Asiens Denkschriften der mathem.-naturw, CI d kais Akad d Wiss Bd XX i Tahiinichcr dor k k Centralanstalt fiir Meteorologie und Erdmagnetismus, 1869, p 206 Alan flndet an dieser Stelle auch eine Zusammenstellung aller in dicscm lahrliundert his 1870 im adriatischen Golfc ausgefuhrlen magnctischen Messungen Dcnksehriften der mathem.-naturw CI, LXII Bd, 1S Digitised by the Harvard University, Download from The BHL http://www.biodiversitylibrary.org/; www.biologiezentrum.at J Lien a r 138 Punkten Dalmatiens und in Herkulesbad bei Mehadia die Inclination ' und in den Jahren 1880 und 1881 die Inclination und Horizontal-Intensitat an einigen Punkten Osterreich-Ungarns gemessen.2 Endlich hat auch dcr Verfasser im Jahre 1879 in Kremsmiinster unci im Jahre P881, bei Gelegenheit einer Inspcctionsreise, an einigen Ortcn in Mahren und Schlesien die Wcrthc der erdmagnctischen Elemente bestimmt * Mit Ausnabmc der Messungen Schenzl's sind die iibrigen cntwedcr auf einem bescbriinktcn, klcincn Gebietc oder an einzelnen zerstreut liegenden Punkten ausgefilhrt worden und sind trotz ihrer Bedeutung als Wiederholungen nicht geeignet, ein Bild der in Osterreich-llngam seit 1850 eingetrctcnen Vcranderungen der magnetischen Elemente zu liefern Aus diesem Grunde erschien es sowohl aus wisscnschaftlichen als auch aus praktischen Griinden nothwenclig, eine Wiederholung der Messungen auf clem ganzen Gebiete Osterrei ch-Ungarns vorzunehmen Ein diesbeziigliches, von mir ausgearbeitetcs, Programm wurde von meinem hochverehrten Vorstande, clem Herrn Hofrath Prof Dr J Hann, vollkommen gcbilligt Nach diesem Programm sollten die Messungen nur an den von Kreil bei seiner ersten Aufnahme gewahlten Stationen ausgefilhrt werden, und zwar sollten sic an den Kiisten derAdria vom k und k Hydrographischen Amte in Pol a, in clen iibrigen Theilen Ostcrreichs aber von dcr k k Centralanstalt fiir Meteorologie und Erdmagnetismus, besorgt werden Die ganze Aufnahme sollte in langstens Jahren vollendet werden Sollte es aber moglich werden, magnetische Karten fiir Osterrcich-Ungarn zu entwcrfen, so musstcn zur gleichen Zeit auch in LJngarn Messungen vorgenommen werden; diese Aufgabe iibernahm die kon Centralanstalt fiir Meteorologie und Erdmagnetismus in Budapest Nachdem Herr Hofrath Hann in einer der kaiserlichcn Akademie der Wisscnschaften iibcrrcichtcn Denkschrift die Wichtigkeit und Nothwendigkeit einer neuen magnetischen Aufnahme dargelegt hat, beschloss diese fiber Antrag der math.-naturwiss Classe in ihrer ausserordentlichen Gesammtsitzung vom 29 Mai 1888, cine neue magnetische Aufnahme Osterreichs mit Ausschluss Dalmatiens zu vcranlassen und die hinzu nothwendigen Geldmittel zu bewilligen Die kaiserliche Akademie hat ferner nicht nur die nothigen Schrittc unternommen, urn bcim hohen k u k Reichs-Kriegsministerium (Marine-Section) die Bewilligung zur Vornabme der Messungen an den Kiisten der Adria durch das k und k Hydrographischc Amt zu erwirken, sondern sie hat auch auf ihrc Kosten im Sommer 1898 durch die Herrn Schiffslieutenant W Kesslitz und Schiffsfahnrich v Schluet erdmagnetische Messungen in Bosnicn und der Herzegovina ausfiihren lassen.'' Ihrer Anregung ist es schliesslich zu verdanken, dass gleichzeitig auch in Ungarn an einer betrachlichen Anzahl von Stationen neuc Messungen ausgefilhrt wurden, wclchc zur Ergiinzung der in Osterreich unternommenen Arbeit schr vvichtig waren, da die frtiher erwahntcn Daten Schenzl's nicht ohne weiters auf die neue Epochc reducirt werden konnten Die Messungen an den Kiisten der Adria wurden von clem inzwiscben leider verstorbencn ErcgattcnCapitan F Laschober in Gemeinschaft mit dem frtiher genannten Herrn Scbiffslieutenant W Kesslitz in den Jahren 1889 und 1890 ausgefilhrt." Die Messungen in Ungarn besorgte der Vice-Director dcr kon Centralanstalt fiir Meteorologie und Erdmagnetismus Herr Ig Kurlander in den Jahren 1892—1894 Mit dcr Ausftihrung der Messungen in Osterreich bin ich betraut worden.7 Man kann fiber den Nutzen der Theilung einer solehcn Arbeit verscbiedencr Meinung sein Bei einer magnetischen Aufnahme muss das Hauptgewicht auf die Vergleichbarkeit der crhaltenen Daten gclcgt Jahrbiicher 1870 Jahrbiicher 1880 und 1881 Magnetische Messungen in Kremsmunster, ausgefuhrt im Juli 1879 Sitzungsber Bd LXXX * Resultate magnetischer Messungen in Mahren und Schlesien Sitzungsber Bd LXXXV •> Kesslitz und v Schluet: Magnetische Aufnahme von Bosnien und dcr Herzcgowina etc Denkschr d kais Akad Ikl.LXI, « Laschober und Kesslitz: Magnetische Beobachtungcn an den Kiisten der Adria in den Jahren 1880 und 1800 auf Anordnung des k und k Reichs-Kriegs-Ministeriums (Marine-Section) Beilage zu den »Mittheihmgcn aus dem Gebiete des Seewesens« 1892 fiber meine Messungen habc ich fiinf voriaufigc lierichte veroffentlicht, untcr dem Tilel : »Eine neuc magnetische Aufnahme Osterreichs.« Sitzungsber Bd XCVIII, XCIX, C, CI und CHI Digitised by the Harvard University, Download from The BHL http://www.biodiversitylibrary.org/; www.biologiezentrum.at Vertheihing dcr erdmagnetischen Kraft in Osterreich-Ungarn 139 werden, und hiezu sehien es sehr wichtig, dass die Messungen in einem verhaltnissmassig kurzen Zeitraume ausgefuhrt werden, was nur durch eine Theilung der Arbeit erreicht werden kann Der Umstartd, dass die Messungen von versehiedenen Bcobachtern ausgefuhrt werden, kann gewiss keinen ungiinstigen Einfluss auf die Vergieichbarkeit der Resultate haben, wenn die Bcobachter, wie dies bei unserer Aufnahme der Fall war, die Messungen in derselben Weise ausfuhren und berechnen, und die zu den Messungen verwcndeten Instrumente sorgfaltig vergliehen werden Um beziiglieh der Vergieichbarkeit der Resultate vollkommen sicher zu sein, habc ich mieh tibrigens nicht begniigt, dass die Instrumente der anderen Beobachter am Observatorium in Wien vergliehen wurden, sondern ich habc auch cinige Stationer, mit ihnen gemein, deren Daten es erlauben, sich ein Urtheil iiber die Vergieichbarkeit dcr Resultate zu bilden; es sind dies Pola und 'Priest fur Cisleithanien, Budapest und O-Gyalla fur Ungarn Sollen die Messungen ein richtiges Bild der Vertheihing des Erdmagnetismus auf dem untersuehlen Cicbiete liefern, so muss die grosste Sorgfalt auf die Aufsuchung gceigneter Beobachtungspunkte vervvendet werden, damit die crhaltenen Resultate nicht durch fremdartige Einwirkungcn beeinflusst werden Zur Zeit, woKreil seine Messungen ausgefuhrt hat, hat es in Osterreich fast keinc Eisenbahnen gegeben, und auch die Fabrikcn vvarcn weniger zahlreich; es hat ihm daher die Auffindung eines Beobachtungspunktes weniger Schwierigkeiten bereitet als dies heute der Fall ist Theils aus dem Grunde, dass jetzt in der Nabe dcr von Krcil gewahlten Pnnkte oft die Eisenbahn vorbei fiihrt, theils aber auch wegen dcr inzwischen in ihrer Naehbarschaft ausgefiihrten Bauten, ist es in den seltensten Fallen moglich gewescn, die Kreil'schen Punkte bei der Messung wieder zu verwenden Ich habe bei der Wahl des Beobachtungsortes folgende vier Bedingungen zu crfiillen gesucht: Moglichstc Entfcrnung von grosscren Eisenmassen (Eiscnbahn, Kabrik) Eine freie Lage, damit ein entferntes terrestrisches Object und auch die Sonne anvisirt werden konnte Die Niihe eines Wohnhauses zur Unterbrigung der Instrumente Eine solche Lage, dass der gewahlte Punkt voraussichtlich selbst nach Jahrzchnten fiir erdmagnctische Messungen geeignet bleiben durfte Es war freilich nicht immer moglich, alien diesen Bedingungen strcnge zu entspreehen, ich habc aber stets getraehtet, den Punkt so giinstig als nur moglich zu wahlen Es darf an diescr Stelle nicht unterlassen werden, jener wichtigen Unterstutzungen zu gedenken, vvelche mir von Seite des hohen k k Ministeriums fiir Cultus und Unterricht, des Innern und des Handelsministeriums zuTheil geworden sind; es moge mirgestattet sein, hiefur meinen ehrfurchtsvollstcn Danl< abzustatten Das hohe k k 11 andels-Ministerium hat durch seine Vcrfugungen bevvirkt, dass mir von den Bahnverwaltungen der von mir benutzten Bahnstrecken bedeutende Ermassigungen fur den Transport meiner Instrumente und Reise-Effecten gewahrt wurden Die einzigc Ausnahme hievon maehte nur die k k ausschl priv Kaiser-Ferdinands-Nordbahn, welchc zwei Ansuchen um Bewilligung einer Ermassigung abschlagigbeschied, indem sic dieses eigenthiimlicheVerhalten damit motivirte, dasssie leider nicht in der Lage sei, eine Ermassigung fiir den Transport der Instrumente und Rcisceffecten gewahren zu konnen Die k k priv Kaiscr-Eerdinands-Nordbahn ist aber eine der rcichstcn Bahncn Ostcrrcichs Durch die oben erwahnten Begtinstigungen, welchc bei einzelnen Bahnen bis zur vollkommen kostenfreien Eahrt und BefSrderung der Effectcn erhoht wurden, haben sich die Kosten der von mir durchgefuhrten Aufnahme bedeutend herabgemindert, und ich halte es fiir meine Pflicht, alien Bahnverwaltungen, insbesondere aber dcr General-Direction der k k Staatsbahnen, hier noehmals meinen besten Dank auszusprechen, Ebenso gebiihrt mein warmster Dank alien k k Staats- und Gemeinde-Behorden sowie jenen Derren, vvelche zur Forderung meiner Arbeit in irgend einer Weise beigetragen haben Herrn Director Hofrath Dr J II aim bin ich aber zu Danke verpllichtet, dass cr mich mit dcr Ausfiihrung der Messungen hetraut hat und mir dadurch Gelegenheit bot, einen Beitrag zur Erforschung der physikalischen Verhaltnisse meines Vaterlandes liefern zu konnen 18* Digitised by the Harvard University, Download from The BHL http://www.biodiversitylibrary.org/; www.biologiezentrum.at 140 / Liznar, Die vorliegende Publication zerfallt in zvvci Theile Im ersten Theile vvcrdcn nur die von mir ausgefiibrtcn Messungen zusammengestellt und daraus die Endfesultate abgeleitet, welche nebst jenen dcr Hcrren Laschober, Kcsslitz, v Schluet und Kurlander im zwciten Theile discutirt und zur Construction der magnetischen Karten verwendet werden Dcr zweitcTheil kann erst spiiter crscheinen, da die Beobachtungsresultate von Ungarn noch nicht verOffentlicht vvorden sind Ich weiss recht gut, class das vorliegende, in den letzen Jahren gesammelte Material nicht hinrcicht, urn einc detaillirte Darstellung der crdmagnetischen Verhaltnisse Osterreich-Ungarns zu gcstatlen, denn hiezu ware ein viel dichtcres Netz von Beobachtungsstationen erforderlich, glaube abcr holfcn zu diirfen, dass es dennoch als ein niitzlichcr Beitrag zur Kenntniss der Vcrthcilung und der sacularcn Variation der crdmagnetischen Elemcnte angesehen werden vvird II Instrumente Die Instrumente, deren ich mich bci alien Messungen bedicnte, sind Eigenthum dcr k k Centralanstalt fur Metcorologie und Erdmagnetismus; cs sind dies folgcndc: Ein Universale von Schneider Ein Reisetheodolit von Lamont (Lamont 11) zur Bestimmung der Declination und I horizontalIntensitat Ein rnclinatorium von Schneider Zwei Taschenchronometer, und zwar: Dent Nr 71)88 nach Stcrnzeit und Arway Nr 52 nach mittlerer Zeit gehend An einigen Stationen inBohmen wurde auch dcr Schiffs-Chronometer Tiede Nr 140 verwendet Arway und Tiede schlagen 0'5; Dent 0'4 Sccundcn Zwei Stative; eines aus Holz zur Aufstellung der Instrumente,, ein zweites aus Messing, an welchcm ein kleincs Zeichenbrett befestigt wurde und als Schreibpult dicntc Auf den Transport dcr Instrumente wurde die grosste Sorgfalt verwendet Die Instrumcntkistchen wurden in etvvas grossere Uberkisten gestellt und von alien Seiten mit Kissen aus Gras umgeben Die so eingepackten und versperrtcn Instrumentenkistcn wurden fast immer auf einem Fedcrwagen Oder miltels Eisenbahn befordert Sie wurden jedesmal von mir im Eilgutmagazin abgegeben oder abgeholt, und vvaren nur wiihrend der Zeit des Eisenbahntransportes ohnc meine Aufsicht Da ich die Gcfahrlichkcit des Eisenbahntransportes fur solche Instrumente voraussetzen musste, so habe ich in viclcn Fallen durch einigc gutc Wortc und ein cntsprechendes Trinkgeld cine schonende Behandlung der Instrumente zu crwirken gesucht, ein Mittel, das sich in den meisten Fallen als sehr wirksam erwies Wahrcnd dcr vielen Fahrten ist es nur einmal vorgekommen, dass eine Beschadigung an dem Universal-Instrumente bemerkt wurde, und zwar geschah diese wahrend der Eisenbahnbeforderung von Tcschen nach Krakau Obcr die Art dcr Beschadigung findet man Naheres bei der Station Krakau angefiihrt Das Universal-Instrument, welches von E .Schneider in Wien verl'ertigt worden ist, und desscn genaue Beschreibung man in Carl's Repertorium, Bd.XIV, S 161 findet, besitzt einen Horizontalkreis von 22 Cm Durchmesser, an welchcm mittelst vierNonicn die Azimute auf 20" abgelcsen werden konnen Auf der Alhidadc wircl mittelst zweier Schrauben cine Platte mit den Tragcrn flir die Fernrohraxe befestigt Das eine Axcnlager ist verstellbar, urn bei genau verticaler Lage der Vcrticalaxe die Axe des Fernrohers horizontal stellen zu konnen Zwischcn den bciden Fcrnrohrtragern sind zwei verticalc Saulen angcbracht, welche im oberen Theile vertical durchbohrt sind In diesen Bohrungen stecken zwei Cylinder, welche von unten durch eineFedcr nach oben gcdriickt werden, wobei abcr der Druck dicserFedern durch Schrauben regulirt werden kann Der obcreTheil dcr genannten Cylinder geht in V-fdrmige Trager aus, die an den Enden mit Elfenbein-Rollen versehen sind (Gleit-Rollen), auf welchen die Fernrohraxe aufgelegt wird und daclurch einen grossen Thcil des Gewichtes des Fernrohrcs auf die Rollen ubcrtragt, wodurch bei der Drehung desselben urn die Horizontalaxe die Reibung an den Axenlagcrn bedeutend vermindcrt wircl Digitised by the Harvard University, Download from The BHL http://www.biodiversitylibrary.org/; www.biologiezentrum.at Vertheilung der erdmagnetischen Kraft in Qsterreich-Ungam 141 Das Fernrohr ist rechtwiriklig gebrochen und besitzt eine Objectivlinse von Cm An jener Seite der horizontalen Axe, die durehbobrt ist und das Ocular tragt, ist der Verticalkreis von 18 Cm befestigt, an welchem ebenfalls mittelst Nonien direct 20" abgelesen werdcn konnen Die Nonien sind mit der Libelle lest verbunden und konnen sammt derselben durch eine Mikrometerschraube verstellt werdcn Am andern Ende der Fernrohraxe befindet sich ein Gegengewicht mit der Klemmung und Feinbewegung fur die Axe Diejenigen Stellen der Fernrohraxe, welche auf den Lagern ruhen, sind mit Stablringen umgeben, die eincn fast genau gleichen Durchmesscr besitzen Auf dicsen Stahlringen hangt mittelst zvveier Haken die Libelle, an der jede Verschiebung der Axe aus der Horizontal-Lage abgelesen werden kann Am Ocular-Endc des Fernrohrcs ist ein Stahlprisma parallel der Axe befestigt, welches in eincn Sehlitz des Ocular-Robrcs passt und dadurch cine Verschiebung des Oculares ermoglicht Sowohl zur Fixirung der richtigen Stellung als auch zur Drchung des Oculares um die Axe diencn zwei Stahlschrauben, dercn Mutter mit dem OeularRohr fest verbunden sind, und welche auf das Stahlprisma drucken Das Ocular ist mit einem Horizontab und sieben Vertical-Faden versehen, die so angeordnet sind, dass je ein Faden rechts und links im gleichen Abstandc vom Mittelfadcn liegt, wahrend je zwei Faden auf beiden Seiten des Mittelfadens etwas wciter von demselben abstehen Die Fadenplatte lasst sich durch vicr Stahlschrauben verstellen Das Ocular kann parallel dem Horizontalfaden verschoben werden Der magnetische Reisctheodoli t wurde in der meehanischenWerkstatte von Lamont hergestelll und besitzt einen Krcis von \2cm Durchmesser Seine jetzigc Form unterscheidet sich von der OriginalConstruction nur dadurch, dass statt der Punkttheilung mit Mikroskopen eine Nonien-Ablesung mit Lupen (directe Lesung 0!5) angebracht worden ist, und dass zur Declinationsmessung ein etwas bequcmeres Gehiiuse verwendet wird Die Schwingungen der 10' 2cm langen und an den Enden zugespitztcn Magnete werden auf einer Gradtheilung mittels einer Lupe beobachtct Bei den Ablenkungen wird die Lage des Ablenkungsmagnets dadurch flxirt, dass er, in einem Ausschnitte der Schicne liegend, mit seinem der Jnstrumentenmitte zugekehrten Ende anstosst Der freie Magnet muss vor Beginn der Ablenkungsbeobachtungcn in diesclbe Horizontalebcnc gebracht werden, in welcher der Ablenkungsmagnet licgt, was leicht durch Heben odcr Senken geschehen kann Das Inclinatorium cntstammt ebenfalls der mechanischen Wcrkstatte von E Schneider und bildet einen Bestandtheil des in den siebziger Jahrcn fur die k k Centralanstalt fur Meteorologie und Erdmagnetismus hergestellten astronomisch-m agnetischen Uni vcrsal-I nstrumentcs, dessen Bestandtheil auch das vorhin beschriebene Universale ist Es lasst sich namlich auf die Alhidadc des Horizontalkreises statt der Platte mit den Fernrohrtragern das Inclinationsgehause aufschrauben und bildet dann in Vcrbindung mit dem Horizontalkreise ein Inclinatoi'ium Das Gchause ist aus Messing und seine riickwartigc Wand bildet ein mit einer runden, matten Glasscheibe versehenes Thiirchcn An der Vorderscitc ist wie iiblich der Verticalkreis mit den Mikroskopen und Nonien angebracht, an welchen direct 1' abgelesen wird Die beiden Nadeln dieses Instrumentes sind von Dover in London hergestellt worden und zwar kurze Zeit voi- Beginn der magnetisehen Aufnahmc Ihre Ausfuhrung ist bei Weitem nieht so gut, wie man sie sonst bei den Nadeln dieser bcriihmten Firma findet Die Taschenchronometer Dent und Arway sind ziemlich alt, insbesondere gilt dies von Dent, der schon von Kreil bei seinen Messungen verwendet worden ist Es mag dies hier hervorgehoben werden, damit die spatcr mitgetheilten, unregelmassigen Wcrthe des taglichen Ganges erklarlich crsehcinen Digitised by the Harvard University, Download from The BHL http://www.biodiversitylibrary.org/; www.biologiezentrum.at J Liznar, 142 III Vergleichung der Instrumente Die vorhin kurz beschriebenen magnetischen Reiseinstrumente wurden in jedem Jahre vor Beginn und naeb Schluss der Messungen mit den Instrumenten der k k Centralanstalt fiir Meteorologie und Erdmagnetismus, welehe zu den regelmiissigen Beobachtungen am Observatorium vervvendet vverden, vergliehen Diese Vergleichungen sowie die Resultate dersclben werden bei der Zusammcnstellung der in den einzelnen Jahren erhaltenen Daten angefilhrt Die Jnstrumente, auf welche allc von mir beobachtcten Werthe der erdmagnetischen Elemente bezogen werden, sind ein magnctiseherTheodolit von Meycrstcin (jedoch ganz umgearbcitet), ein kleiner Lamont'scher Reisetheodolit (Lamont I) und ein Inclinatorium von Dover, welches die Nummer »1« tragi Mitdem Mcyerstcin'schen Thcodoliten kann man vorliiulig bios die Declination bestimmen und zwar, wic ich glaube, mit grosser Sichcrheit Die Horizontal-Jntensitat, die mit Lamont I erhaltcn wird, bedarf jedoch ciner Verbesserung, wie ich dies in jcdem meiner vorlauligen Berichtc hcrvorgehobcn habc Ich habc gehofft, die Grosse dieser Correction durch absolute Messungen mit Mcycrsteins Thcodoliten ableitcn zu konnen, muss abcr gestehen, class es mir bisher unmoglich war, die nothigen Arbciten auszufiihren, und dass ich daher die Verbesserung anderweitigen Vergleichungen des L am ont entnehmen muss Der Reisetheodolit Lamont gibt bckanntlich nur dann absolute Werthe der Intensitat, wenn in der Formcl: Ig H ~ C—lgT— ]y Ig sin cp -at9+b(ts—t9) die Constante C bestimmt worden ist Diesc Constantc habc ich im Friihjahre 1881 ermittcli, indem zu den absoluten Messungen dcr Thcodolit Schneider beniitzt wurdc.' Da bei diesem Instrumente die Einrichtungen zur Intcnsitatsmessung nicht ganz fehlerlos warcn, so wurdc dcr Reisetheodolit Lamont I im Sommer 1882 zur Vergleichung an das Observatorium inPawlowsk ilbersendct, urn durch diese Vergleichung festzustellen, ob die mit Schneider erhaltcnen Intensitatswerthe mit den in Pawlowsk mit Braucr's Theodoliten bestimmten iibcreinstimmen, respective wie gross der Unterschied in den Angaben beider Instrumente ist Sowohl vor der Absendung als auch nach dcr Riickkehr wurden Vergleichungen mil Schneider ausgefuhrt, woraus man crsehen konntc, dass durch den Transport keinetiei Anderung in den Angaben des Instrumcntes eingetrcten ist Die Vergleichungen in Pawlowsk wurden in dcr gleichen Weise wic in VVicn ausgefuhrt Es wurdc namlich mit dem Theodoliten Braucr zunachst der Werth dcr Null-Linie des Magnetographen-Bifllars bestimmt und dann mit Lamont I die Messungen ausgefuhrt Die; nach den inWicn bestimmten Kormcln:2 Mg lgH = 0-64532—lgj, — •= Ig sin tp, —0-0000063^+0,0000851 (fs—Q Mg2 Ig// = 0• 65024 — Ig J2 — - lg sin cpB — 0• 0000063 t"f +0• 00008:57 (fi—fy bcrechnete Intensitat wurde mit der gleichzeitig vom Bifilar des Magnetographen angegebenen vergliehen In dieser Weise wurden nachfolgendc Werthe erhaltcn: i Ubcr die Bestimmung dcr Intensitat mit diesem Instrumente lindet man Ausluhrliches in den »Jahrbuchern der k k Centralanstalt fiir Meteorologie und Efdmagnetismus.* 1879 Es muss betont werden, dass in den reehts vom Glcichhcitszeichcn stehenden Constanten der Einflusa der Fadcntorsion bei den Schvvingungen eingesehlosscn ist Digitised by the Harvard University, Download from The BHL http://www.biodiversitylibrary.org/; www.biologiezentrum.at Vertheilung dcr erdmagnetischen Kraft in Osterreich-Ungarn, Magnet i Datum ) Hoi.iz_ intens Lamont I 23 Sept 18S2 23 » » 1-6332 1-6327 25 -6310 » » i Magnet Honz, Intens HI ! Ma!';nelo;;-r 6370 1-6375 1-6358 1-6354 143 „.,., Oil t Horiz Intens Lamont I Horiz Intens Magnetogr 1-6343 1-63331 1-6341 -6305 1-6385 i-6376 1-6385 1-6351 0-0038 0-0048 0-0044 0-0044 Mittel = 0-00435 Dill' 0-0042 0-0043 0•0044 0•0046 Mittel = 0-00437 Nach diesen Vergleichungen war an die mit Lamont [ gemessenen Intensitatswerthe die Correction + 0-0044 (Mm Mg S.) anzubringen, um die Angaben von Lamont I auf Brauer zu rcduciren Beztiglich dicser Vergleichungen muss hier noch folgende Erwagung Platz finden Die Constantcn in den ('ruber mitgetbeilten Formeln zur Berecbnung der Intensitat mit Lamont haben nachfolgende Bedeutung: 2Kn C = Igrc \ El '4 Qp5+ [l+*(l + sin
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