Oberösterreichische Landesmuseen Linz-Austria Vol MUPHY-2010-0001-0056

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Ngày đăng: 03/11/2018, 13:44

© Oberösterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Museum Physicum Das Museum Physicum ist eine Sammlung historischer Lehrmittel Bereits 1754 begannen die Physiklehrer (sie wurden zu jener Zeit lediglich Lehrer genannt) des Linzer Jesuitengymnasiums, diese Unterrichtsmaterialien zusammenzutragen Die Objekte sollten helfen, den Physikunterricht anschaulicher zu gestalten In den folgenden Jahrhunderten durchlief diese Lehrmittelsammlung eine ausgesprochen turbulente Geschichte: Zumeist wurde sie sorgsam bewahrt und vergrưßert Bisweilen erlitt sie jedoch empfindliche Einben, da zahlreiche Objekte verkauft oder gar als Altmetall verwendet wurden Zur 400-Jahr-Feier des Akademischen Gymnasiums Spittelwiese wurde von Wilfried Nöbauer eine Gedenkausstellung eingerichtet Im Zuge dieser Ausstellung traf er die Einteilung in jene sechs Themenbereiche, denen auch diese Ausstellung folgt Heute folgt die Physik einer weiterentwickelten Ordnung Im Jahre 1960 übergab das Akademische Gymnasium die Sammlung an die Oberösterreichischen Landesmuseen Hier werden die rund 250 Lehrmittel aus den Bereichen Astronomie, Optik, Wärmelehre, Mechanik, Elektrizität und Magnetismus sorgfältig restauriert Sie bilden heute einen wichtigen Teil der oberösterreichischen Technikgeschichte (in der Dauerausstellung Technik Oberösterreich wir der Begriff Technik(geschichte) etwas von der üblichen Verwendung abweichend als Kompromiss verwendet Im Gesamten betrachtet sind die Lehrmittel des Museum Physicum wesentlicher Bestandteil der oberưsterreichischen Wissenschaftsgeschichte) © Oberösterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Astronomie Die Astronomie (von griechisch ástron für Stern und nomos für Gesetz) ist die Lehre von den Gestirnen und vom Bau des Weltalls Sie ist den Menschen seit ältesten Zeiten bekannt, entwickelte sich aber erst im antiken Griechenland zur Wissenschaft Einen großen Aufschwung erlebte die astronomische Forschung vor 400 Jahren, als Galileo Galilei das Fernrohr einsetzte Die Untersuchungen galten zunächst unserem eigenen Sonnensystem und schließlich auch anderen Fixsternen unserer Milchstraße Im 20 Jahrhundert schließlich ermöglichte der technische Fortschritt immer tiefere Einblicke in das Universum Spektakuläre Forschungsergebnisse sowie Fortschritte in der Raumfahrt machen die Astronomie für viele Menschen zu einer besonders interessanten Wissenschaft Dies steht im krassen Gegensatz zum Astronomie-Unterricht an den Schulen: Während die Astronomie von der Antike bis zur Frühen Neuzeit als eine der sieben freien Künste galt, ist sie aus den modernen Lehrplänen nahezu verschwunden © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Modelle der Welt Fast 2000 Jahre lang – von der griechischen Antike bis zum Ende des Mittelalters – stand die Erde im Mittelpunkt des Universums: Nach dem sogenannten geozentrischen Weltbild kreisen der Mond, die Planeten und auch die Sonne in konzentrischen Bahnen um die Erde Die Erde selbst bildet das ruhende Zentrum der Welt Erst Nikolaus Kopernikus (1473 – 1543) rückte die Sonne endgültig in den Mittelpunkt Diesem heliozentrischen Weltbild zufolge kreisen die Planeten – und damit auch die Erde – um die Sonne Die Erde und mit ihr der Mensch stehen nicht länger im Zentrum Daher traf das heliozentrische Weltbild zunächst auf heftigen Widerstand und setzte sich erst im Laufe des 17 Jahrhunderts nach und nach durch Ginot d’ Esroys Geozentrisches Planetarium Planetaire géocentrique par Mlle Dinot d’Esroys Paris: Audin, 1824 Chromolithographie, übereinander liegende, in ihrem Zentrum mit einem Untergrundkarton verbundene und Schnüren gesicherte, aber gegeneinander drehbare Kreisscheiben OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 247 2008 Restaurierung (Mag Doris Müller-Hess/Wien) Dargestellt wird – stark vereinfacht – das Geozentrische Planetensystem Auf den Scheiben erkennt man von innen nach außen: Erde samt Mond, Merkur, Mars, Jupiter und Saturn Überraschenderweise fehlt die Sonne, die eigentlich zwischen Venus- und Marsbahn die Erde umkreisen müsste Ein breiter, das System umfassender Ring zeigt die Tierkreiszeichen mit Positionen wichtiger Sterne, einer Teilung von 12 x 30 sowie die Monate und Tage eines Jahres © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Ginot d’ Esroys Heliozentrisches Planetarium Planetaire héliocentrique par Mlle Dinot d’Esroys Paris: Audin, um 1824 Chromolithographie, übereinander liegende, in ihrem Zentrum mit einem Untergrundkarton verbundene, mit Schnüren gesicherte, aber gegeneinander drehbare Kreisscheiben OÖ Landesmuseen, Ph 248 2008 Restaurierung (Mag Doris Müller-Hess/Wien) Dargestellt wird das 1543 von Nicolaus Kopernikus beschriebene Heliozentrische Planetensystem Auf den Scheiben erkennt man von innen nach außen: Sonne und Merkur, Venus, Erde mit Mond, Mars (noch ohne Monde, sie wurden erst 1877 entdeckt), Jupiter mit den vier von Galilei entdeckten Monden), Saturn (mit Ring und fünf Monden) Der den Fixsternhimmel repräsentierende Außenring weist die Tierkreiszeichen und eine Teilung in 12 x 30 auf Uranus und Planetoiden fehlen, da sie mit freiem Auge nicht sichtbar sind; der Neptun wurde erst 1846 entdeckt Drehbare Sternkarte um 1900 A Klippel, Dortmund Karton OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 032 2008 Restaurierung (Mag Doris Müller-Hess/Wien) Sternkarten erleichtern die Beobachtung des Sternenhimmels und veranschaulichen die Bewegung der Sterne Als sogenannte „Sternfinder“ zeigen sie die Position der Gestirne am Himmel an – und zwar zu jeder Stunde des Jahres Sie sind einfach zu bedienen und zudem kostengünstig Daher erfreuten sich Sternkarten seit Beginn des 19 Jahrhunderts bei Hobbyastronomen zunehmender Beliebtheit In den Schulen wurden sie häufig als Lehrmittel eingesetzt Drehbare Sternkarten bestehen aus zwei Scheiben: Auf der Grundscheibe ist der Sternenhimmel mit den bekannten Sternbildern abgebildet, wobei der Himmels-Nordpol das Zentrum bildet Eine Skala am äußeren Rand der Scheibe zeigt eine Einteilung in Monate, Tage und Stunden Eine entsprechende Einteilung ist auch auf der Deckscheibe zu sehen, die drehbar über der Grundscheibe angebracht ist Grundscheibe und Deckscheibe müssen nun gedreht werden, bis Stunde und Tag der Beobachtung auf beiden Scheiben übereinstimmen Durch ein rundes Fenster in der Deckscheibe lässt sich dann ein bestimmter Ausschnitt der Sternkarte beobachten Dieser Ausschnitt spiegelt die Position der Sterne am Himmel zum Zeitpunkt der Beobachtung exakt wider © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Uranoskop 1849, Originalglobus erstmals 1970 ergänzt, 2009 erneuert J G Böhm und M Reiter, Innsbruck Holz, Eisen, Messing, Glas OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 033 2008 Restaurierung (Mag Elisabeth Krebs/Wien) Das Uranoskop ist – genau wie eine Sternkarte – ein „Sternfinder“ Es besteht aus einem Himmelsglobus und zwei Teleskopen, die mit dem Globus parallel zu seiner Achse verbunden sind Das Gerät wird nun nach der Sternenzeit eingestellt und zudem so ausgerichtet, dass die Achse des Globus zum Himmelspol zeigt Auf diese Weise kann jeder durch das Teleskop beobachtete Stern eindeutig auf dem Globus des Uranoskops identifiziert werden; umgekehrt kann jeder auf dem Globus verzeichnete Stern durch das Fernrohr am Himmel anvisiert werden Der Erfinder dieses – vor allem für Hobbyastronomen überaus nützlichen – Instrumentes ist Josef Georg Böhm (1807-1868), Professor an den Universitäten in Salzburg, Innsbruck und Prag und Leiter der Prager Sternwarte Johann Hieronymus Löschenkohl Mond Der Mond nach den neuesten Beobachtungen durch Herschels Téléscope 1796 Wien, 1796 Kolorierter Kupferstich OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 031 Der Mond wurde lange Zeit für eine perfekte Kugel gehalten – bis Galileo Galilei im Jahre 1610 erstmals sein Teleskop auf ihn richtete Galilei erkannte, dass der Mond Krater, Berge und Täler besitzt Mitte des 17 Jahrhunderts wurden schließlich erste Mondkarten angefertigt Diese Karten zeigen den Mond so, wie man ihn von der Erde aus mit einem Fernrohr sehen kann Mit Landkarten der Erde sind sie daher nur bedingt vergleichbar Der Rheinländer Hieronymus Löschenkohl (1753-1807) fertigte in Wien u a zahllose höchst beliebte Kupferstiche zu aktuellen Ereignissen an Entgegen seiner Ankündigung dürfte der Künstler für seine Darstellung des Mondes nicht neueste Beobachtungsergebnisse mit einem vom berühmten Astronomen Friedrich Wilhelm Herschel (1738-1822) entwickelten Teleskop, sondern eine bereits hundert Jahre alte Zeichnung des Franzosen Philippe de la Hire (1640-1718) als Vorlage verwendet haben © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Modell astronomischer Koordinatensysteme um 1900 Zusammengelötete Drahtringe, auf Holzständer montiert OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 050 Koordinatensysteme dienen dazu, die Position eines bestimmten Punktes im Raum anzugeben Zur Ortsbestimmung auf der Erde etwa wird das geographische Koordinatensystem verwendet – ein gedachtes Netz aus 360 Längen- und 180 Breitengraden Um sich am Himmel zurecht zu finden, werden dagegen astronomische Koordinatensysteme verwendet Mit Hilfe von astronomischen Koordinatensystemen kann die Position der Sterne bestimmt werden Dazu stellt man sich eine unendlich große „Himmelskugel“ vor, auf der die Gestirne liegen Diese Himmelskugel wird – genau wie die Erde – in Längen und Breitengrade eingeteilt und besitzt einen Äquator und zwei Pole Der Ort des Beobachters liegt im Mittelpunkt der Kugel Das offenbar als Lehrmittel für das Linzer Jesuitengymnasium angefertigte Gerät diente dazu, Aufbau und Verwendungsweise von Armillarsphären („Bandkugeln“) aber auch um die verschiedenen in der Astronomie verwendeten Koordinatensysteme (Horizont- Äquator- und Ekliptiksystem) zu demonstrieren Diese seit dem Altertum benutzten astronomischen Multifunktionsgeräte, deren Bänder (Horizont, Äquator, Ekliptik, Koluren, etc.) allerdings beweglich und mit Gradteilungen versehen sein mussten, dienten dem Bestimmen von Sternpositionen © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Zeitmessung Sonnenuhren gehören zu den ältesten astronomischen Instrumenten Sie fanden bereits in verschiedenen alten Hochkulturen (wie zum Beispiel in Mesopotamien und China) Verwendung Besonders beliebt waren sie während der griechischen und römischen Antike Im Mittelalter regelten Sonnenuhren das klösterliche Leben, indem sie die täglichen Gebetszeiten anzeigten Seit Ende der Renaissance erlebte die Sonnenuhr eine neue Hochblüte Künstlerisch ausgeführte Modelle – darunter auch verschiedene tragbare Sonnenuhren – waren weit verbreitet Heute zieren ortsfeste Sonnenuhren Gärten, Parks und öffentliche Plätze Die Funktionsweise einer Sonnenuhr beruht auf der Tatsache, dass sich der Sonnenstand im Laufe des Tages ändert Ein Schattenzeiger – etwa ein in die Erde gesteckter Stab – macht diesen vermeintlichen Lauf der Sonne sichtbar Zusammen mit einer Stunden-Skala wird aus dem Schattenzeiger (auch Gnomon genannt) eine vollwertige Sonnenuhr Einfache Sonnenuhren mit einem Gnomon und einer Stunden-Skala haben einen entscheidenden Nachteil: Ihre Zeitanzeige ist von den Jahreszeiten abhängig Dies lässt sich durch die Verwendung eines besonderen Schattenzeigers vermeiden Der sogenannte Polstab steht nicht länger im rechten Winkel zur Ebene der Sonnenuhr Er verläuft parallel zur Erdachse und zeigt dadurch zum sogenannten Himmelsnordpol Sonnenuhren mit einem solchen Polstab zeigen das ganze Jahr hindurch gleich lange Stunden an Hohlflächensonnenuhr H Schmeisser, A Meissner Berlin, 1861 Steingut, Messing OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 034 Becher- oder Hohlflächen-Sonnenuhren (sogenannte Skaphen) sind aus dem antiken Griechenland bereits sei dem Jahrhundert v Chr bekannt Sie gehören zu den tragbaren Sonnenuhren Schattenzeiger und Zeit-Skala befinden sich im Inneren einer hohlen Halbkugel Als Gnomon wird zumeist ein Metallstab verwendet, doch auch Fäden können als Zeitzeiger dienen In der Innenfläche dieser Hohlflächensonnenuhr ist das feine Lineament des Zifferblattes aufgetragen Der Schatten des Kreuzungspunktes zweier Fäden, die normal aufeinander stehen und am Becherrand befestigt sind, zeigt die Zeit und das Datum an Durch Stellschrauben an der Bodenplatte ist die Uhr für verschiedene Polhưhen einsetzbar © Oberösterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Phantasieuhr 1729 Messing, Holz OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 037 Das Gerät ähnelt einer Äquatorialuhr So wie diese besitzt es eine Art rundes Zifferblatt, dessen Neigung der jeweiligen Polhöhe entsprechend geneigt werden kann, und den darauf normal stehenden Schattenstift Das Zifferblatt besitzt jedoch keine Stundeneinteilung sondern eine Einteilung in 60 Grade Äquatoriale Tischsonnenuhr um 1800 Holz, Messing OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 046 2009 Restaurierung (Mag Elisabeth Krebs/Wien): Ergänzung Schattenzeiger und Lot Das runde Zifferblatt der Äquatorialuhr mit x 12 Stunden- und Halbstundenlinien kann über einen Quadranten von bis 90 Grad geneigt und mit einer Schraube fixiert werden Der fehlende Schattenstift und das fehlende Lot wurden ergänzt © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Sanduhr H 19 Jh M Kahorn, Marienbad-Franzensbad-Eger Holz, Glas OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 245 2008 Restaurierung (Mag Elisabeth Krebs/Wien) Sanduhren werden seit Anfang des 14 Jahrhunderts zur Zeitmessung eingesetzt Sie bestanden zunächst aus zwei einfachen Glaskolben, die am Hals miteinander verbunden waren Erst mehr als 300 Jahre später konnten Sanduhren aus einem Stück gefertigt werden Der Sand, mit dem ein solches Stundenglas gefüllt ist, muss möglichst feinkörnig sein, dazu unempfindlich gegenüber Schwankungen in Temperatur und Luftfeuchtigkeit Sanduhren kưnnen – je nach Grưße – Zeitintervalle von wenigen Sekunden bis hin zu mehreren Stunden anzeigen Besonders beliebt waren Modelle mit einer 30-minütigen Laufzeit – wie etwa diese Sanduhr aus der Hälfte des 19 Jahrhunderts Der empfindliche Glaskörper ist thermometerartig in ein drehbares Holzgehäuse eingebaut, wodurch er vor Stưßen geschützt ist Wussten Sie, dass längst nicht alle Sanduhren mit Sand gefüllt sind? Heute verwendet man anstelle des Sandes häufig kleine Glaskügelchen Im Mittelalter dagegen dienten als Füllung neben Zinn- oder Bleisand auch Marmorstaub und vor allem fein gemahlene Eierschalen © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Mechanik Die Mechanik – die Lehre von den Kräften und ihrer Wirkung auf starre und deformierbare Körper – ist das älteste Teilgebiet der Physik Ihre Geschichte reicht bis ins Altertum zurück Als ihr Begründer gilt der griechische Physiker und Philosoph Archytas von Tarent (um 430 -350 v Chr.) In der frühen Neuzeit erlebte die Mechanik durch Galileo Galilei (1564-1642) und insbesondere durch Isaac Newton (1643-1727) einen neuen Aufschwung Diese sogenannte klassische Mechanik mit ihren Teilgebieten Statik und Dynamik prägte die Physik bis zum Ende des 19 Jahrhunderts In der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts wurde die klassische Mechanik um neue Erkenntnisse aus Relativitätstheorie und Quantenmechanik erweitert Bis heute nimmt die Mechanik eine zentrale Stellung innerhalb der Physik ein und bildet die Grundlage für eine breite Palette technischer Anwendungen 10 © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Blitzhäuschen Anfang 19 Jh Holz, Glas, Eisen OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 105 Restaurierung 2006 (Mag Elisabeth Krebs/Wien), Restaurierung gesponsert von den Fưrderern der .Landesmuseen Das barocke Blitzhäuschen des Museum Physicum demonstriert eindrucksvoll die Entladung elektrischer Spannung Über einen spitzen Metallstab – also einen Blitzableiter – wird Strom in das Häuschen eingeleitet Im Inneren des Häuschens trifft dieser auf eine Batterie aus Leydener Flaschen Mit Hilfe dieser einfachen Kondensatoren lässt sich ein Teil des elektrischen Stroms sozusagen in ein Glas füllen und speichern Die übrige elektrische Ladung wird in einen eisernen Klöppel geleitet Dieser führt darauf hin seitliche Bewegungen aus und schlägt eine kleine Glocke an, die vor dem Blitzeinschlag warnt Der Strom, der für das Experiment benötigt wird, wurde vermutlich mit Hilfe einer Elektrisiermaschine erzeugt Zylinder Elektrisiermaschine Ende 19 Jh Steflitschek, Wien Holz, Messing, Eisen, Zinnfolie, Gummi, Kunststoff, Glas OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 103 2008 Restaurierung (Mag Elisabeth Krebs/Wien) Die Zylinder-Elektrisiermaschine nach Wimshurst ist eine Variante der Scheibenelektrisiermaschine Sie arbeitet nach dem Prinzip der Influenz – also der Beeinflussung elektrischer Ladungen in einem elektrischen Feld Dabei trennen sich die Ladungsträger auf der Oberfläche des Leiters nach ihrem Vorzeichen: Die negativen Ladungsträger sammeln sich gegenüber dem positiven Pol des elektrischen Feldes an und umgekehrt Die so erzeugte elektrische Ladung wird von zwei Drähten vom Zylinder abgegriffen und erzeugt in den beiden Konduktoren eine hohe Spannung Zwischen den Konduktoren ist eine sogenannte Geißler-Rưhre angebracht Das Gas in dieser gewundenen Glasrưhre wird mittels Funkenentladung zum Leuchten gebracht 42 © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at „Doppelte Scheiben-Elektrisiermaschine“ 1794 Johann Jechel, Krumau Holz, Glas, Blattgold OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 185 Tisch mit Leydener Flaschen Johann Jechel, Krumau Holz, Messing, Glas OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 197 In der zweiten Hälfte des 17 Jahrhunderts konstruierte der deutsche Physiker Otto von Guericke (1602-1686) eine mechanische Vorrichtung zum Erzeugen elektrischer Spannung: die Elektrisiermaschine Elektrisiermaschinen sind elektrostatische Generatoren, die nach dem Prinzip der Reibungselektrizität arbeiten Mit ihnen ließen sich erstmals künstlich elektrische Funken erzeugen In ihrer einfachsten Form bestehen Elektrisiermaschinen aus einem oder mehreren Glaskörpern (in Form einer Kugel, einer Walze oder einer Scheibe), und einem entsprechenden Reibzeug Der Glaskörper wird in Rotation versetzt Am Reibzeug (zumeist ein Lederpolster mit einer Beschichtung aus Amalgam) wird das Glas dabei elektrisch aufgeladen Die derart erzeugte Elektrizität wird in ein Leitungssystem eingespeist Bei sämtlichen Elektrisiermaschinen, ungeachtet ihrer Bauart, stand stets die Erzeugung und nicht die Nutzung von Elektrizität im Vordergrund Dennoch waren Elektrisiermaschinen vor allem während des 18 Jahrhunderts weit verbreitet Das Interesse der Bevölkerung an der Elektrizität war zu jener Zeit besonders groß Es entwickelte sich eine wahrhafte „Salonkultur des elektrischen Experiments“ Elektrisiermaschinen wurden dabei für allerlei kuriose Vorführungen eingesetzt In den höheren Schulen gehörten Elektrisiermaschinen bald zur Standardausrüstung der Lehrmittelsammlung Die barocke Scheiben-Elektrisiermaschine des Museum Physicum besteht aus zwei großen Glasscheiben, die mit Hilfe einer Kurbel in Bewegung versetzt werden Dabei laden sie sich am Reibzeug aus Leder auf Die Ladung wird vom Glas abgenommen und einem Konduktor (sprich einem Leiter) aus Messing zugeführt Ist sie stark genug, kommt es zur Entladung: Zwischen dem Leiter und einer Messingkugel auf einem Stativ springt ein Funke über Darüber hinaus kann die durch Reibung gewonnene elektrische Energie aber auch gespeichert werden Insgesamt 100 Leydener Flaschen dienen dabei als Kondensator 43 © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Geißler Rưhre Ende 19 Jh Glas, Holz, Eisen, Messing, Textil OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 106 2008 Restaurierung (Mag Elisabeth Krebs/Wien) Geißler Rưhren, benannt nach dem Physiker und Glasbläser Heinrich Geißler (18141879), sind Gasentladungsrưhren und die Vorläufer der modernen Leuchtstoff- und Röntgenröhren Sie bestehen aus einem hohlen Glaskörper, der ein stark verdünntes Gas (Argon, Neon, Wasserstoff oder auch einfach Luft) enthält An beiden Enden ist eine Elektrode in das Glas eingeschmolzen Wird nun Hochspannung an diese Elektroden angelegt – etwa mit Hilfe einer Elektrisiermaschine – so beginnen die Gase im Inneren der Geissler Röhre in den verschiedensten Farben zu leuchten Glühbirne vor 1874 Holz, Glas, Porzellan, Kupfer OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 096 2008 Restaurierung (Mag Elisabeth Krebs/Wien) Glühbirnen wandeln elektrische Energie in Strahlung um Sie bestehen im Wesentlichen aus einem Glaskolben und einem Glühfaden Während dieser heute zumeist aus Wolfram besteht, wurden die ersten Glühfäden zunächst aus Bambus, dann aus Graphit gefertigt (sogenannte Kohlefäden) In der Regel können Glühbirnen mit Hilfe einer Fassung in eine Lampe geschraubt werden Bei der Glühbirne des Museum Physicum dagegen ist der kugelförmige Glaskörper fix in ein gedrechseltes Holzstativ eingebaut Über zwei Drahtưsen am Fe dieses Stativs kann die Glühbirne an einen Stromkreis angeschlossen werden Durch den elektrischen Strom wird der Kohlefaden im Inneren der Glühbirne stark aufgeheizt und beginnt dadurch zu leuchten Um ihn vor dem Verbrennen zu schützen, wurde der Glaskolben evakuiert – also luftleer gemacht Moderne Glühbirnen dagegen sind mit einem speziellen Schutzgas gefüllt, um die Lebensdauer des Glühfadens zu verlängern Wussten Sie, dass eine Glühbirne nur etwa 5% der gesamten elektrischen Energie in sichtbares Licht umwandelt? Der Hauptanteil der Strahlung dagegen liegt im Infrarotbereich – sprich, er geht in Form von Wärme verloren Aus diesem Grund werden Glühbirnen heute zunehmend durch verschiedene Energiesparlampen (kompakte Leuchtstoffröhren) ersetzt Diese sind der Glühbirne ähnlich, verbrauchen aber bei gleicher Helligkeit deutlich weniger Energie 44 © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Rheostat nach Pouillet Müller Mitte 19 Jh Holz, Bein, Neusilber, Eisen, Messing, Kupfer OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 145 stufenlos regelbarer 2008 Restaurierung (Mag Elisabeth Krebs/Wien) Ein Rheostat (von griechisch rheos für Fluss und lateinisch status für das Stehen) ist ein elektrischer Widerstand Als Stromregulator dient er dazu, elektrische Ströme in gewünschter Stärke zu halten Darüber hinaus können mit Hilfe eines Rheostats elektrische Leitungswiderstände gemessen und Stromstärken miteinander verglichen werden Der Aufbau eines Rheostats ist einfach: Um einen Zylinder aus nicht leitendem Material (wie zum Beispiel Keramik) ist ein Widerstandsdraht gewickelt Mit Hilfe eines Metallkontaktes, der über den Draht bewegt werden kann, wird die gewünschte Stromstärke eingestellt Gyrotrop vor 1836 Holz, Eisen OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 161 Ein Gyrotrop ist ein Stromwender Er dient dazu, galvanischen Strom nach Belieben zu schlien und zu ưffnen Dadurch kann die Polarität des Stroms umgekehrt werden Der Aufbau des Gyrotrops: In ein Grundbrett aus Holz sind Vertiefungen eingearbeitet, die mit Quecksilber gefüllt werden In diese Quecksilbernäpfe tauchen die Poldrähte der Batterie, die Enden des Leiters, in den der Strom fließen soll, sowie die Spitzen einer Reihe von Metallbügeln Diese Metallbügel sind an einer gemeinsamen Achse befestigt Dreht man die Achse mit Hilfe einer Kurbel, so werden – je nach Stellung – unterschiedliche Bügel in das Quecksilber getaucht beziehungsweise wieder herausgehoben Dadurch wird der Stromkreis einmal in die eine, einmal in die andere Richtung gffnet und geschlossen 45 © Oberösterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Oberflächenkonduktor H 19 Jh Ph Hauck, Wien Messing, Holz, Glas OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 117 Der Oberflächenkonduktor des Museum Physicum besteht aus einer isolierten Metallkugel mit zwei dazu passenden hohlen Halbkugeln Schiebt man die beiden Halbkugeln auf die mittlere volle Kugel, laden sich alle drei auf: jedes der mit den Kugeln verbundenen Elektroskope schlägt aus Wenn man die beiden Halbkugeln von der Mittleren wieder entfernt, sind nur mehr die beiden Äusseren geladen (nur deren Elektroskope schlagen aus) Daraus folgt, dass sich die Ladung lediglich an der Oberfläche befindet Elektromagnetismus Oerstedts Apparat vor 1853 Prag Kupfer, Holz, Eisen OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 109 2008 Restaurierung (Mag Elisabeth Krebs/Wien) Im Jahre 1820 machte der dänische Physiker und Philosoph Hans-Christian Oerstedt (1777-1851) eine bahnbrechende Entdeckung Er bemerkte, dass eine Kompassnadel in der Nähe eines stromdurchflossenen Leiters abgelenkt wird Damit war bewiesen: Elektrizität und Magnetismus – zwei bis dahin vollkommen unabhängige Wissensgebiete – sind untrennbar miteinander verbunden Wenn Strom durch einen elektrischen Leiter fließt, so baut sich um den Leiter herum ein magnetisches Feld auf Mit Hilfe des Oerstedt Apparates des Museum Physicum lässt sich dies demonstrieren: Auf einem Leiter aus Kupfer können insgesamt acht Kompassnadeln angebracht werden Solange kein Strom fließt, zeigen diese Nadeln nach Norden Wird der Apparat jedoch an einen Stromkreis angeschlossen, bildet sich ein magnetisches Feld aus, das das Erdmagnetfeld überlagert Die Kompassnadeln richten sich nach den magnetischen Feldlinien aus, die den Leiter in Form von konzentrischen Kreisen umgeben 46 © Oberösterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Wussten sie, dass Oerstedts Entdeckung nicht nur die Welt der Physik veränderte? Der von ihm entdeckte Zusammenhang zwischen Elektrizität und Magnetismus wurde rasch auch praktisch umgesetzt: Elektromotoren und Dynamomaschinen zum Beispiel arbeiten nach den Prinzipien des Elektromagnetismus Hans-Christian Oerstedt gilt daher zu Recht als der „Vater der Elektrotechnik“ Multiplikator nach Nobili um 1830 Holz, Glas, Messing, Horn, Wachs, Textil OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 078 Multiplikator nach Nobili um 1840 Holz, Messing, Eisen, Textil OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 052 Ein Multiplikator, auch Galvanometer genannt, ist ein elektromechanisches Gerät zur Messung der Stromstärke Multiplikatoren sind ausgesprochen empfindlich und reagieren schon auf sehr niedere Ströme und Spannungen Sie bestehen im Wesentlichen aus einer beweglichen Magnetnadel und einem elektrischen Leiter Der zu messende Strom erzeugt um den Leiter herum ein Magnetfeld, das die Nadel proportional zur Stromstärke auslenkt Um die Wirkung des Stroms auf die Magnetnadel zu verstärken, wird der Leiter zu einer Spule aufgewickelt Diese Tatsache – dass sich die ablenkende Kraft bei gleichbleibender Stromstärke mit der Anzahl der Drahtwindungen vervielfacht (multipliziert) – gab dem Multiplikator seinen Namen Die beiden Mulitpilaktoren des Museum Physikum sind sogenannte astatische Multiplikatoren, wie sie im Jahre 1826 vom italienischen Physiker Leopoldo Nobili (1784-1835) entwickelt wurden Die Stromstärke wird dabei von einem astatischen Nadelpaar angezeigt, das an einem Faden befestigt ist Dieses Nadelpaar wird vom Erdmagnetfeld kaum beeinflusst, da die beiden gleich starken Magnetnadeln mit entgegengesetzter Polarisierung übereinander befestigt werden Dadurch reagieren sie auf den elektrischen Strom besonders empfindlich Um störende Luftströmungen abzuhalten, befinden sich Nadeln und Spule unter einer Glasglocke Die Stärke der Auslenkung und damit die Stromstärke kann auf einer ringfưrmigen Skala abgelesen werden 47 © Oberösterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Tangentenbussole 1855 Albert, Frankfurt am Main Holz, Kupfer, Glas, Messing OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 044 Eine Tangentenbussole ist ein Strommessgerät für galvanische Ströme Sie besteht aus einem kreisförmigen Kupferstreifen, der über Klemmschrauben an die Drähte einer Batterie angeschlossen werden kann Genau im Mittelpunkt dieses Kupferrings ist eine Magnetnadel angebracht – umgeben von einem Kreis mit Gradeinteilung Der Kupferring wird so ausgerichtet, dass er in einer Ebene mit der Richtung der Magnetnadel liegt Fließt dann Strom durch den Kupferring, so baut sich um ihn herum ein magnetisches Feld auf Dadurch wird die Magnetnadel aus ihrer Ruhelage so weit abgelenkt, bis das künstlich erzeugte Magnetfeld und das Erdmagnetfeld einander das Gleichgewicht halten Da das Erdmagnetfeld unveränderlich ist, lässt sich aus dem Ausmaß der Ablenkung die elektrische Stromstärke ermitteln Die Tatsache, dass die Stromstärke dem Tangens des Ablenkungswinkels proportional ist, gab der Tangentenbussole ihren Namen Sinusbussole (?) 1842 Stadler, Linz Glas, Holz, Messing OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 085 Die Sinusbussole ist eine andere Form der Tangentenbussole Mit ihr können auch stärkere Ströme gemessen werden Dazu wird der stromführende Kupferring so angebracht, dass er nicht nur in vertikaler, sondern auch in horizontaler Richtung drehbar ist Der Neigungswinkel kann an einem Teilkreis abgelesen werden Um ein Kippen der Magnetnadel bei einer stärkeren Neigung des Ringes zu vermeiden, ist die Nadel nicht länger auf einer Spitze, sondern auf einer vertikalen Achse angebracht Durch diese Anordnung verringert sich die Richtkraft, die der Strom auf die Nadel ausübt im Verhältnis von zum Sinus des Neigungswinkels Dies muss bei der Berechnung der Stromstärke berücksichtigt werden 48 © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Aragos Rotationsapparat 1842 Stadler, Linz Kupfer, Eisen; Messing, Holz, Glas OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 131 Im Jahre 1824 fỹhrte der franzửsische Physiker und Politiker Dominique Franỗois Jean Arago (1786-1853) ein bahnbrechendes Experiment durch: Über einer Kupferscheibe montierte er eine frei bewegliche Magnetnadel Dreht man nun die Kupferscheibe mit Hilfe einer Kurbel, so bewegt sich mit der Scheibe auch die Magnetnadel Arago bezeichnete dieses Phänomen „Rotationsmagnetismus“ Michael Faraday (1791-1867) entdeckte wenig später, dass es sich hierbei um Induktion handelt – also um die Bewegung von Ladungsträgern unter dem Einfluss eines Magnetfeldes Technisch genutzt wird die Induktion heute bei einer Vielzahl von elektrischen Maschinen: bei Elektromotoren, bei Generatoren oder Transformatoren Neben dem Phänomen der Induktion wurden mit Aragos Versuch auch erstmals Wirbelströme nachgewiesen Diese verdanken ihren Namen den wirbelförmigen Induktionsstromlinien Wirbelströme hemmen durch ihr Magnetfeld die Bewegung des Leiters, und führen darüber hinaus zu seiner Erwärmung So kommt es durch Wirbelströme in elektrischen Anlagen häufig zu unerwünschten Energieverlusten Andererseits macht man sich ihre Eigenschaften bei verschiedenen elektrischen Geräten zu Nutze: etwa bei der Wirbelstrombremse, beim Wirbelstrommotor, beim Tachometer oder auch beim induktiven Heizen Dynamomaschine um 1886 Steflitschek, Wien Holz, Eisen, Kupfer, Messing, Stahl, Kunststoff, Textil OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 140 2008 Restaurierung (Mag Elisabeth Krebs/Wien) Generatoren wie diese Dynamomaschine wandeln Bewegungsenergie in elektrischen Strom um Ihre Wirkungsweise basiert auf dem Prinzip der Induktion – also der Erzeugung von elektrischer Spannung mit Hilfe eines magnetischen Feldes Bewegt man nämlich einen elektrischen Leiter in einem Magnetfeld, werden dadurch die Ladungsträger im Leiter in Bewegung versetzt: Es fließt Strom Die wichtigsten Bestandteile eines Generators sind eine Spule (also ein aufgewickelter Draht) und ein Magnet Die Dynamomaschine des Museum Physicum besteht aus zwei Elektromagneten und einem Ring aus Eisendraht, auf dem insgesamt zwölf Spulen aus Kupferdraht angebracht sind Dieser Ring wird mit Hilfe einer Kurbel gedreht Dadurch fließt in den Spulen elektrischer Strom Der so erzeugte Gleichstrom wird mit Hilfe zweier Schleiffedern vom Kollektor abgenommen 49 © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Generator 1839 Vinzenz Pellizon, Linz Holz, Eisen, Messing, Textil OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 148 ˇ Der Generator wurde von von Adam Petrina (1799-1855), Physikprofessor am Akademischen Gymnasium, entworfen Als Vorbild diente ihm dabei der Generator von Ettingshausen, die leistungsfähigste Maschine ihrer Zeit Allerdings führte Peˇ trina einige Verbesserungen durch: Er optimierte den Kollektor, mit dessen Hilfe der Strom abgenommen und umgepolt wird, und stattete die Maschine mit einem vierteiligen Rotor aus Diese vier Spulen wurden per Hand mit Hilfe einer Kurbel in einem Magnetfeld bewegt Der Magnet allerdings (vermutlich ein, vielleicht auch zwei Hufeisenmagnete) ist heute nicht mehr vorhanden Rotationsapparat 1842 Kupfer, Eisen, Messing, Holz, Glas OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 141 Bei diesem Rotationsapparat handelt es sich um einen einfachen Elektromotor Ein Elektromotor besteht im Wesentlichen aus einer Spule (also einem aufgewickeltem Leiter) und einem Magneten Fließt Strom durch den Leiter, so beginnt sich dieser im Magnetfeld zu bewegen Durch die Änderung der Stromrichtung in der Spule, beginnt der Magnet zu rotieren Beim Elektromotor des Museum Physikum dient als Stator (sprich als unbewegtes Element) ein Elektromagnet In seinem magnetischen Feld bewegt sich der Rotor, der aus zwei hufeisenförmigen Leiterspulen besteht Der nötige Strom wird von einem ringförmigen Kollektor aus Messing geliefert und gelangt über Schleifkontakte zu den Spulen 50 © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Induktionsapparat um 1850 Fa Hauck, Wien Holz, Silberfolie, Metall OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 090 Im Jahre 1851 erfand der deutsche Mechaniker Heinrich Ruhmkorff (1803-1877) einen Apparat, mit dem man auf einfachem Wege sehr hohe Spannungen erzeugen konnte: den Induktionsapparat, wegen der Entstehung elektrischer Funken auch Funkeninduktor genannt Dieser besteht im Wesentlichen aus zwei benachbarten (oder auch übereinander gewickelten) Spulen, die induktiv miteinander gekoppelt sind Die Primärspule ist mit einer Gleichstromquelle verbunden Ein sogenannter Wagner´scher Hammer dient als Unterbrecher, der den Stromkreis in rascher Folge ưffnet und wieder schlit Durch diesen Wechsel des Stromflusses (und damit des Magnetfeldes) wird in der Sekundärspule eine Spannung induziert Diese Spannung kann beachtliche Werte erreichen: Ruhmkorff selbst erzeugte mit Hilfe seines Induktionsapparates aus einer Gleichspannung von 15 Volt eine pulsierende Spannung von etwa 100.000 Volt 51 © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Magnetismus Die Lehre vom Magnetimus beschäftigt sich mit den magnetischen Erscheinungen Ursprünglich waren ausschließlich Magnete und deren Eigenschaften Gegenstand der Forschung Heute dagegen betrifft dies sämtliche Erscheinungen des magnetischen Feldes und seiner Wirkung auf die Materie Erste Abhandlungen über das Phänomen des Magnetismus stammen aus dem Jahrhundert v Chr Aber erst seit dem 19 Jahrhundert – konkret seit den bahnbrechenden Versuchen von Oerstedt und Ampère um 1820 – ist klar: Magnetismus und Elektrizität sind untrennbar miteinander verbunden (Man spricht in diesem Zusammenhang vom sogenannten Elektromagnetismus) Daher bildet der Magnetismus nicht länger ein eigenständiges Teilgebiet der Physik Er wurde in die Elektrodynamik eingegliedert 52 © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Magneteisenstein vor 1775 Magnetit, Eisen OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 116 2008 Restaurierung (Mag Elisabeth Krebs/Wien) Magneteisenstein mit Messinggehäuse 18 Jh Magnetit, Messing, Glas OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 252 Magneteisenstein, auch Magnetit genannt, hat von allen Mineralen den höchsten Eisenanteil und ist magnetisch Chemisch gesehen handelt es sich bei Magnetit um ein Eisenoxid, also um eine Verbindung zwischen Eisen und Sauerstoff Es entsteht auf natürlichem Wege durch Vulkanismus Magnetit liegt entweder in massiver oder gekörnter Form vor oder bildet Oktaeder-förmige Kristalle Wussten Sie, dass Magnete um sich herum ein magnetisches Feld aufbauen? Dieses magnetische Feld übt eine Kraft auf andere Magnete oder magnetisierbare Körper aus So werden manche Stoffe in Gegenwart eines Magneten selber magnetisch – das heißt, sie werden magnetisiert Behalten sie nach der Magnetisierung ihre magnetischen Eigenschaften über sehr lange Zeit, so spricht man von einem Dauermagneten Dieses Phänomen macht man sich zum Beispiel bei der Herstellung von Kompassnadeln zu Nutze 53 © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Kompasse Seit der griechischen Antike weiß man in Europa um die besonderen Eigenschaften des Magneteisensteins Aber erst im 13 Jahrhundert wurden Nadeln aus Magneteisenstein drehbar auf einem Stift angebracht Wenig später wurde diese Kompassnadel mit einer Windrose kombiniert Seither ist der Kompass das wichtigste Instrument zur Richtungsbestimmung – und zwar bis zum heutigen Tag Er wird heute durch moderne Navigationsgeräte (Kreiselkompass) ergänzt Bussole mit Originalschatulle vor 1816 J Christoph Voigtländer, Wien Messing, Messing versilbert, Stahl, Eisen, Holz, Textil OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 041 2008 Restaurierung (Mag Elisabeth Krebs/Wien) Dieser Kompass aus dem frühen 19 Jahrhundert ist ebenso formschưn wie zweckmäßig: Auf der Windrose aus versilbertem Messing sind die vier Himmelsrichtungen und eine Gradeinteilung eingraviert Mit Hilfe einer Fixiervorrichtung kann die Magnetnadel bei Nichtgebrauch arretiert werden Eine Schatulle aus Holz schützt das Gerät Irreführend ist jedoch die Bezeichnung Bussole: Diese wird häufig synonym für Kompass verwendet, beschreibt andererseits aber auch spezielle Kompasse mit Peilvorrichtung, wie sie etwa in der Vermessungstechnik zur Anwendung kommen Bussole 1715 Wien Messing, Glas, Holz OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 038 Dieser aufwändig gearbeitete, barocke Kompass besteht aus einer quadratischen Messingplatte mit drei Stellschrauben und einer Magnetnadel Auf der Platte lassen sich nicht nur die Himmelsrichtungen bis auf ein halbes Grad genau ablesen: In das Messing sind außerdem das Zifferblatt einer Horizontalsonnenuhr (mit Viertelstunden und Minuten-Intervallen), ein Kurvennetz für die Tageslängen sowie die Symbole der zwưlf Tierkreiszeichen eingraviert 54 © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at See-Kompass Ende 18 Jh Edmund Culpeper, London Holz, Glas, Messing, Blattgold OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 040 Von der Erfindung des Kompasses profitierte vor allem die Seefahrt Um das empfindliche Gerät auf See zu schützen, wurden Magnetnadel und Windrose um 1400 zunächst in ein Gehäuse eingebaut Leonardo da Vinci (1452-1519) kam schließlich auf die Idee, den Kompass in einer sogenannten kardanischen Aufhängung anzubringen – frei drehbar und unabhängig von Lage oder Bewegung Auf diese Weise kann das Messgerät auch bei unruhigem Seegang präzise arbeiten Magnetometer um 1890 Steflitschek, Wien Messing, Messing versilbert, Holz, Glas OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 160 2008 Restaurierung (Mag Elisabeth Krebs/Wien) Mit Hilfe dieses Kompasses kann nicht nur die Himmelsrichtung bestimmt werden: Er dient gleichzeitig als einfaches Magnetometer – ein Messgerät, mit dem man die magnetische Flussdichte bestimmen kann Dazu wurde der Kompass auf einem Holzbrett mit einer Länge von zweimal 50 cm montiert In der Mitte dieses Holzbrettes, das als Messstab dient, befindet sich eine Vertiefung Bewegt man in dieser Rille einen kleinen Magneten in Richtung Kompass, so kommt es zu einer Ablenkung der Kompassnadel Ist die Stärke des Magneten bekannt, lässt sich aus der Ablenkung der Nadel die Stärke des Erdmagnetfeldes berechnen 55 © Oberưsterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Museum Physicum Herausgegeben von Mag.a Ute Streitt und Mag.a Magdalena Wieser Kataloge der Oberösterreichischen Landesmuseen, N S 99 ISBN 978-3-85474-220-3 Medieninhaber Land Oberösterreich / Oberösterreichische Landesmuseen Direktor Mag Dr Peter Assmann Museumstrasse 14, A-4020 Linz Graphische Gestaltung Manuel Schilcher, Linz Raphaela Gratzer, Wien Druckerei Bad Leonfelden Mag.a Ute Streitt, OÖ Landesmuseen, Linz Mag.a Magdalena Wieser, OÖ Landesmuseen, Linz Konzept Restauratoren Mag.a Ute Streitt, OÖ Landesmuseen, Linz Wissenschaftliche Mitarbeit Univ Prof Dr Augustinus Asenbaum, Wien Dr.in Andrea Benedetter-Herramhof, St Florian Mag Peter Donhauser, Technisches Museum, Wien Dr.in Ilse Fabian, Wien P Amand Kraml, Sternwarte Kremsmünster Mag.a Ute Streitt, OÖ Landesmuseen, Linz HR Dr Franz Wawrik, Wien Texte Dr.in Andrea Benedetter-Herramhof, St Florian Dr.in Ilse Fabian, Wien HR Dr Franz Wawrik, Wien 56 Organisation und Koordination Druck Mag Stefan Gschwendtner, OÖ Landesmuseen, Linz Mag.a Elisabeth Krebs, Wien Mag.a Doris Müller-Hess, Wien Mag Peter Kopp, Wien Ing in Heike Rührig, OÖ Landesmuseen, Linz Traute Rupp, Puchenau Fotografien Alexandra Bruckbưck, Landesmuseen, Linz Bernhard Ecker, OÖ Landesmuseen, Linz Ernst Grilnberger, OÖ Landesmuseen, Linz Zugunsten der Verständlichkeit und Kürze der Texte wurde auf genaue wissenschaftliche Durchdringung verzichtet ... verschiedene Polhöhen einsetzbar © Oberösterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Phantasieuhr 1729 Messing, Holz OÖ Landesmuseen, Inv Nr Ph 037 Das Gerät... Hangabtriebskraft sichtbar 11 © Oberösterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Doppelkegel mit schiefer Ebene H 18 Jh Hartholz, schwarz lackiert OÖ Landesmuseen, Inv Nr... einer Luftpumpe) 20 © Oberösterreichische Landesmuseen Linz/Austria; download unter www.biologiezentrum.at Vakuumpumpe um 1840 Johann M Ekling, Wien Holz, Messing, Glas OÖ Landesmuseen, Inv Nr
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